Glaser verklagt die WKV-Glaserinnung

Vorarlberg / 20.07.2016 • 22:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die angebrachten Gläser waren laut Innung nicht normgerecht.
Die angebrachten Gläser waren laut Innung nicht normgerecht.

Streit um Anschwärzung geht bereits in die zweite Instanz.

Feldkirch. Ein ungewöhnlicher Prozess, der am Bezirksgericht Feldkirch seinen Anfang nahm, geht jetzt in die zweite Instanz: Eine Vorarlberger Glaserfirma klagte ihre eigene Innung. Die Innung habe den Glaser per Brief bei einem Kunden angeschwärzt. Ein Schaden von 8000 Euro sei der Firma entstanden. In erster Instanz bekam der Glaser recht, wenn auch nur rund 5000 Euro zugesprochen wurden. Die WKV-Glaserinnung geht in Berufung. Die Vorgeschichte: Der Glaserbetrieb erneuerte die Schrägdach-Verglasung beim Krankenhaus Feldkirch. Mitte Juli 2014 erreichte die KHBG als Auftraggeber ein offizielles Schreiben der WKV-Glaserinnung. Darin wurde die KHBG informiert, die Verglasung, die dort angebracht werde, entspreche nicht der Ö-Norm. Die KHBG ließ die Arbeiten zunächst einstellen, bis die Glaserfirma den Vorwurf nach ihrer Ansicht ausräumte. Erst dann durfte weitergebaut werden.

Der Vorwurf des Firmeninhabers: Man hätte sich zuerst an ihn, nicht an den Kunden wenden müssen. Der Firmeninhaber verklagte die Innung nun auf den Schaden, der durch die Arbeitsunterbrechung entstand. Brisant ist jedoch: Die Richterin erklärte, es wäre angesichts der Begleitumstände „angezeigt gewesen, sich zunächst zur Informationssammlung an das eigene Mitglied zu wenden“. Das Urteil ließ die WKV-Glaserinnung nicht auf sich sitzen und legte Berufung ein.