„Es gibt kein größeres Wunder als die Liebe!“

Vorarlberg / 21.07.2016 • 17:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gerda und Werner Sonderegger sind dankbar für 50 ereignisreiche, schöne Jahre.  Foto: kl
Gerda und Werner Sonderegger sind dankbar für 50 ereignisreiche, schöne Jahre. Foto: kl

Rankweil. Es dauerte Monate, bis die beiden Lehrpersonen Gerda Nemec und Werner Sonderegger – sie hatten einen gemeinsamen Schulweg – an einem Faschingsdienstag einander mit den Augen der Liebe sahen. Nach 50 Ehejahren wollen sie für die erfahrungsreiche, glückliche Zeit danken. Gerda wurde nach Kriegsende auf der Flucht in einem Internierungslager in Kladno/Prag als viertes Kind geboren. Erst ein halbes Jahr später fand die auseinandergerissene Wiener Familie Nemec in Reith bei Kitzbühel wieder zusammen. 1947 zog sie nach Sulz. Nach einem Jahr kam das fünfte Kind zur Welt. Gerda besuchte nach der Volksschule und dem Untergymnasium die LBA, maturierte 1964 und unterrichtete neunzehnjährig 44 Schüler der 3. und 4. Schulstufe in der Volksschule Klaus. Werner wuchs als zweites von vier Geschwistern in Gisingen auf. Er folgte der Empfehlung eines Hauptschullehrers, die LBA zu besuchen und maturierte dort 1960. Werner unterrichtete an den Volksschulen Muntlix und Weiler, kam 1972 an die Hauptschule Klaus und 1974 bis 1999 an die Pädagogische Akademie in Feldkirch.

Familiengründung

Geheiratet wurde in den Ferien am 20. Juli 1966. Zwei Tage nach der standesamtlichen Hochzeit gaben sich Gerda und Werner in der Liebfrauenkirche in Rankweil (heute Basilika) das Jawort. Sehr lebendig erinnern sie sich an den Dauerregen, an das Hochzeitsessen in St. Arbogast und das Orgelkonzert von Onkel Hans in Egg. Die Flitterwoche verbrachten sie während der einzigen regenfreien Zeit im Salzkammergut. Sechs Jahre lebten sie in einer Dienstwohnung in Weiler. In dieser Zeit wurden die Söhne Paul (1968) und Martin (1970) geboren. Ab der zweiten Schwangerschaft blieb Gerda zu Hause. Am 6. Hochzeitstag übersiedelten sie ins Elternhaus nach Rankweil. 1974 wurde Tochter Cornelia geboren. Die drei Kinder haben studiert und leben mit ihren Familien in Berlin, Wörgl und in Ulm.

Viele Interessen

Lange vor der Berufsausübung kümmerten sich Gerda und Werner um Jugendarbeit (Jungschar, KAJ, Bauorden). Als ihre Kinder noch klein waren, hielten die Eheleute Elternschulabende im Kath. Bildungswerk. Beide waren Mitbegründer der Privaten Volksschule Rankweil (heute Freie Montessorischule Mäder). Werner arbeitete mit im Bund der Kunst- und Werkerzieher, war über 30 Jahre Kassier in der Gewerkschaft der Sektion Pflichtschullehrer, ist Gründungsmitglied des Vereins Schlosserhus (1991), seit 1992 Volkshochschule Rankweil, als deren Obmann er seit 1994 bis heute agiert. Gerda gab Seminare in der Kath. Frauenbewegung, war Ritualleiterin bei „Abschied in Würde“, wurde Pilgerbegleiterin, gibt Basilikaführungen und arbeitet in der Pfarrgemeinde. Gerda singt gerne, spielt Klavier und Gitarre. Werners Hobby ist seit über 50 Jahren die Keramik. Für die ehrenamtlichen Tätigkeiten gab es Auszeichnungen des Landes, der Gemeinde und von den Volkshochschulen. Gerda und Werner besuchen die Monatstreffen von Marriage Encounter in Batschuns – eine wertvolle Hilfe für liebevolles Zusammenleben. In der Basilika beginnt das Fest zum Hochzeitsjubiläum. Die musikalische Gestaltung zu dieser Besinnung übernimmt Sohn Paul. Sohn Martin chauffiert einen vollbesetzten Omnibus zum Festmahl in den Bregenzerwald. Darauf freuen sind auch die Kinder, deren Partner, die sieben Enkelsöhne und Verwandte aus nah und fern.

Start in die gemeinsame Zukunft 1966.  Foto: privat
Start in die gemeinsame Zukunft 1966. Foto: privat