Herumgereichter Joint kommt 18-Jährigen teuer zu stehen

Vorarlberg / 21.07.2016 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wer seinen Joint mit anderen teilt, dem droht eine Strafe. Besonders, wenn Jugendliche mitkiffen, kennt das Strafgesetzbuch keine Gnade.
Wer seinen Joint mit anderen teilt, dem droht eine Strafe. Besonders, wenn Jugendliche mitkiffen, kennt das Strafgesetzbuch keine Gnade.

Hohe Strafe, weil Minderjährige mitrauchten. Leumundszeugnis bleibt aber rein.

Christiane Eckert

Feldkirch. Es sollte eine ausgelassene Fete in Dornbirn werden. Der 18-jährige Dornbirner brachte sich als Stimmungsmacher einen Joint mit. Bald zeigten auch andere Partygäste Interesse an der „Tüte“. Weil der 18-Jährige gerne teilt, überließ er den anderen den Joint. Einer reichte ihn dem anderen weiter.

Die gemeinsame Raucherei flog auf: Die Staatsanwaltschaft erhob Klage wegen unerlaubtem Besitz von Suchtmitteln, Konsum und Weitergabe an Minderjährige. Vor allem das mit den Minderjährigen, also Personen unter 18 Jahren, ist eine schwerwiegende Sache. Der junge Mann wird schuldig gesprochen, muss 1200 Euro bezahlen, die sich aus 300 Tagessätzen zu je vier Euro zusammensetzen.

Die Strafe kann der 18-jährige Lehrling, der knapp 1000 Euro pro Monat verdient, in Raten abstottern. Doch das ist nur eine Folge der Verurteilung. Der Technikerlehrling ist zurzeit damit beschäftigt, Bewerbungsschreiben zu verfassen. In seinem Job ist er gut, nun will er noch eine Zusatzausbildung absolvieren. In einigen Bereichen, wie bei der Polizei, ist ein einwandfreier Leumund Voraussetzung.

Regelung für junge Leute

Doch auch bei der Lehrstellensuche sind Vorstrafen nicht unbedingt ein Bonuspunkt. Vor allem bei jungen Delinquenten gibt es deshalb die Regelung, dass Außenstehende nur beschränkt Auskunft bekommen. Bei ganz geringen Verstößen scheinen Eintragungen für den Arbeitgeber beispielsweise nicht auf. Die Justiz selbst weiß allerdings immer genau, was in der Vergangenheit passiert ist.

Glück gehabt

Der Junge sieht ein, dass das Cannabismitbringsel keine gute Idee war. Dass der Joint auch bei Minderjährigen die Runde macht, war ihm nicht so bewusst. Die größte Sorge ist nun seine Stellensuche. Doch er hat Glück. Als junger Erwachsener fällt er in die Staffelung, bei der Strafen erst ab 360 Tagessätzen für jedermann ersichtlich vermerkt werden. Bei ihm wurden 300 zu je vier Euro verhängt. Somit ist er drunter und kann aufatmen. Niemand wird in seinem Fall erfahren, dass er schon einmal mit dem Suchtmittelgesetz in Konflikt geraten ist. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.