Jagd auf Pokémon an unangemessenen Orten

Vorarlberg / 21.07.2016 • 19:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Spieler von
Die Spieler von „Pokémon Go“ jagen die kleinen Monster unter anderem auch auf Friedhöfen und sorgen damit in der Bevölkerung für Unmut.

Durch das Spiel „Pokémon Go“ dringen Nutzer an Plätze vor, an denen sie nichts zu suchen haben.

Feldkirch. (VN-jun) Die kleinen Monster scheinen derzeit die reale Welt zu erobern und tauchen überall auf. Die beliebte Smartphone-App „Pokémon Go“ lockt damit die Spieler an die verschiedensten Orte, auch in Vorarlberg: an den Bodensee nach Bregenz, in die Dornbirner Innenstadt oder nach Feldkirch.

Allerdings sind Pokémons nicht nur auf der Straße zu finden, sondern auch auf Friedhöfen, in Krankenhäusern, bei Gedenkstätten oder beispielsweise in Zoos. Im Spielewahn strömen die Nutzer dann auch zu diesen Plätzen, um die virtuellen Kreaturen einzufangen. Das Spielen auf Friedhöfen oder in anderen heiligen Hallen empfinden aber viele Bürger als unangemessen. Zudem ist das Betreten gesperrter Bereiche, beispielsweise in Krankenhäusern, nun mal verboten. Viele solcher Fälle sorgten schon weltweit für Aufregung.

Keine Beschwerden im Land

Auch in Vorarlberg begeben sich Pokémon-Spieler auf Friedhöfe, vorzugsweise nachts, um dort die bunten Wesen einzufangen. Beschwerden aus der Bevölkerung hat es bislang noch keine gegeben. „Ich habe auf den Friedhöfen im Land noch nichts derartiges beobachtet. Allerdings sehe ich, dass Jugendliche viel Pokémon spielen und schon eine große Abhängigkeit besteht“, informiert Dominik Toplek, Jugendseelsorger der Diözese Feldkirch.

Er weist darauf hin, dass Pokémon-Spielen an Orten wie Friedhöfen nicht angebracht ist: „Hier versammeln sich Menschen, die trauern oder für Verstorbene beten. Dafür brauchen sie eine gewisse Ruhe. Pokémon jagende Leute sind da eher störend.“ Deshalb wünsche er sich, dass die Nutzer der App den Respekt wahren und nicht rücksichtlos auf Friedhöfen Pokémon einfangen.

Keine Pokémons gesichtet

Bei der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft ist Pokémon Go zwar bekannt, bislang gab es aber noch keine Probleme damit. „In den fünf Vorarlberger Landeskrankenhäusern sind noch keine Pokémons gesichtet worden. Falls sich das in nächster Zeit ändern sollte, muss gehandelt werden“, erklärt Pressesprecherin Ulrike Delacher. Auch im Landhaus in Bregenz habe der Portier noch keine Pokémon-Spieler entdeckt, wie Peter Marte, Leiter der Landespressestelle berichtet: „Da das Landhaus abends und am Wochenende geschlossen ist, ist es zu den Hauptspielzeiten der Nutzer sowieso nicht zugänglich.“

Gemeinschaftliches Sammeln

Wer die kleinen Monster in der Gruppe fangen möchte, der kommt heute Abend ab 17 Uhr nach Dornbirn. Denn VOL.AT lädt zum „Pokémon Go Walk“. Dieser führt durch die Dornbirner Innenstadt zu fünf Stationen, welche angemessene Orte sind.

Ich wünsche mir, dass Nutzer der App nicht rücksichtlos auf Friedhöfen Pokémons jagen.

Dominik Toplek, Diözese Feldkirch