Ein Mensch, der wie kein anderer das Land prägte

Vorarlberg / 22.07.2016 • 19:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vater einer Tochter und zweier Söhne und fünffacher Großvater: Alt-LH Herbert Sausgruber im Kreis seiner Familie. Fotos: VN/Hofmeister, VLK, Privat
Vater einer Tochter und zweier Söhne und fünffacher Großvater: Alt-LH Herbert Sausgruber im Kreis seiner Familie. Fotos: VN/Hofmeister, VLK, Privat

Er hat dem Land seinen Stempel aufgedrückt: Herbert Sausgruber feiert morgen Siebziger.

Höchst. (VN-tw) Sausgruber leitete zwischen 1997 und 2011 als christlich-sozialer Regierungschef die Geschicke des Landes und war während seiner Amtszeit mit Abstand der bekannteste und beliebteste Politiker. Seine Denkweise und Werte sowie sein Auftreten befanden sich quasi im Einklang mit dem Land: offen und freundlich, bei Bedarf aber auch zurückhaltend. In Wien war Sausgruber, der sich seit seinem Rückzug nicht mehr zur Tagespolitik geäußert hat, für sein alemannisches Faible für Eigenständigkeit bekannt. Darüber hinaus galt er als streitbarer Landespolitiker, der Subsidiaritätsprinzip und Länderrechte nie aus den Augen verlor.

Engagement für die Wirtschaft

„Die sollen uns nicht beim Arbeiten stören, das ist, was ich mir von einer Zentrale erwarte“, waren Sätze in Richtung Wien, die er gerne verwendete. Und ging’s einmal ans Eingemachte, so konnte Sausgruber in der Sache hart sein und scheute sich nicht davor, den Bund zu klagen. Den Kurs der Landes-VP bezeichnete Sausgruber als „Politik der Mitte“ mit Schlagworten wie Familie, Eigentum oder Leistung und Solidarität. Auch unter Wirtschaftstreibenden genoss „Sausi“ Wertschätzung. Er brachte wirtschaftspolitisch zahlreiche Dinge auf Schiene, von denen Unternehmer noch heute profitieren.

Viel Einsatz für Pater Sporschill

Den Ruhestand genießt der einstige „Landesvater“ seit knapp fünf Jahren in vollen Zügen: „Ich habe schon einen beachtlichen Zugewinn an Zeit, seit ich in Pension bin.“ Er verbringt die Zeit mit seinen Enkeln und macht sich ehrenamtlich für das Sozialprojekt „Elijah“ von Russ-Preis-Träger Pater Georg Sporschill für osteuropäische Straßenkinder stark.

ZepterübergabeLetzter Meilenstein in der Politikerkarriere: Herbert Sausgruber übergibt nach 14 Jahren das Zepter als Landeshauptmann an seinen einstigen Referenten und Landesstatthalter Markus Wallner aus Frastanz.

Zepterübergabe

Letzter Meilenstein in der Politikerkarriere: Herbert Sausgruber übergibt nach 14 Jahren das Zepter als Landeshauptmann an seinen einstigen Referenten und Landesstatthalter Markus Wallner
aus Frastanz.

Zehnjähriger JünglingSeine Jugend verbrachte Herbert Sausgruber in seiner Heimatgemeinde Höchst. Am 14. Mai 1956 empfing der damals zehnjährige Jüngling in der Pfarrkirche im Rahmen einer Festmesse das Sakrament der Firmung.

Zehnjähriger Jüngling

Seine Jugend verbrachte Herbert Sausgruber in seiner Heimatgemeinde Höchst. Am 14. Mai 1956 empfing der damals zehnjährige Jüngling in der Pfarrkirche im Rahmen einer Festmesse das Sakrament der Firmung.

Promotion in InnsbruckFestakt für den Studenten aus Höchst: Im Oktober 1970 promovierte Herbert Sausgruber an der Universität Innsbruck zum Doktor der Rechte und der Gerichtspraxis und begann seine Karriere im Landesdienst.

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Festakt für den Studenten aus Höchst: Im Oktober 1970 promovierte Herbert Sausgruber an der Universität Innsbruck zum Doktor der Rechte und der Gerichtspraxis und begann seine Karriere im Landesdienst.

Glückliches Brautpaar mit Schleier und FliegeFreudentag: Am 24. Mai 1976 trat Sausgruber mit Ilga, geborene Gstrein aus Nüziders, vor den Traualter.

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Freudentag: Am 24. Mai 1976 trat Sausgruber mit Ilga, geborene Gstrein aus Nüziders, vor den Traualter.

Intakte BeziehungDie Ehe der Sausgrubers, aus der zwei Söhne und eine Tochter hervorgingen, galt stets als vorbildlich und intakt.

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Sportliches PaarLaufen für die körperliche und geistige Fitness: Joggen zählt seit jeher zu den ­Hobbys des Altlandeshauptmanns. Auch heute noch ist der langjährige frühere Landespolitiker beim Laufen durch Wald und Flur anzutreffen.

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EuropapolitikerAuch als Europa­politiker verschaffte sich Sausgruber einen Namen. Hier im Bild mit dem damaligen Kanzler Wolfgang Schüssel und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso im Februar 2005 beim Europaforum in Lech.

Europapolitiker

Auch als Europa­politiker verschaffte sich Sausgruber einen Namen. Hier im Bild mit dem damaligen Kanzler Wolfgang Schüssel und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso im Februar 2005 beim Europaforum in Lech.

Meilenstein in der Karriere als LandespolitikerHerbert Sausgruber übernimmt am 2. April 1997 das Amt von Landeshauptmann Martin Purtscher.

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Herbert Sausgruber übernimmt am 2. April 1997 das Amt von Landeshauptmann Martin Purtscher.

BergwandererBei gemeinsamen Tätigkeiten lassen sich konstruktive Gespräche führen: Herbert Sausgruber bei einer Bergwanderung mit dem damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer am Rande der Jugendolympiade Gymnaestrada in Vorarlberg im Juli 2007.

Bergwanderer

Bei gemeinsamen Tätigkeiten lassen sich konstruktive Gespräche führen: Herbert Sausgruber bei einer Bergwanderung mit dem damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer am Rande der Jugendolympiade Gymnaestrada in Vorarlberg im Juli 2007.