Eine starke Frau mit großem Herzen

Vorarlberg / 22.07.2016 • 21:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ferdinanda Mathis widmete ihr Leben den Gehörlosen. Privat
Ferdinanda Mathis widmete ihr Leben den Gehörlosen. Privat

Gründerin des Gehörlosenheims und Russ-Preis-Trägerin Ferdinanda Mathis gestorben.

Dornbirn. (VN-mm) Das Akkordeonspiel war ihre große Leidenschaft. Mit der Geburt von zwei gehörlosen Kindern verstummte diese Liebe zur Musik. Fortan setzte sich Ferdinanda Mathis mit aller Kraft für gehörlose und schwerhörige Menschen ein. Ihr Traum, in Vorarlberg ein Gehörlosenheim zu etablieren, hat sich dank großer Ausdauer und Entschlossenheit im Jahre 1977 erfüllt. Dieses besondere Engagement wurde auch mit der Verleihung des Dr. Toni-Russ-Preises und –Ringes gewürdigt. Nach schwerer Krankheit ist Ferdinanda Mathis nun im Alter von 85 Jahren verstorben. Bis zu ihrem 80. Lebensjahr war sie ehrenamtlich für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen da.

Sprachliche Förderung

Geboren und aufgewachsen ist Ferdinanda Mathis in Hohenems. Schon mit 16 Jahren lernte sie ihren späteren Mann Manfred kennen. Insgesamt 63 Jahre war das Paar verheiratet, vier Kinder krönten das Glück. Nach der Grundschule arbeitete die junge Frau als Nachstickerin bei der Firma Fend, wo sie es schnell zur Abteilungsleiterin brachte. Daneben galt ihr ganzer Einsatz den gehörlosen und schwerhörigen Menschen. Ein ganz besonderes Anliegen war Ferdinanda Mathis die Bildung von gehörlosen Kindern und da insbesondere die sprachliche Förderung. Als im Dezember 1977 in Dornbirn das Gehörlosenheim eröffnet werden konnte, war für sie ein wichtiges Ziel erreicht. 1984 übergab sie die Leitung des Landeszentrums für Hörgeschädigte ihrem Sohn Johannes. Mit Freude und Stolz begleitete und gestaltete sie die Entwicklung ihres Lebenswerks weiter mit. Außerdem organisierte Ferdinanda Mathis 25 Jahre lang Erholungs- und Kulturreisen für Gehörlose.

Neben dem Dr. Toni-Russ-Preis erhielt sie auch das Goldene Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg und der Republik Österreich verliehen. Ferdinanda Mathis hatte immer ein offenes Ohr für benachteiligte Menschen und war da, wenn Hilfe benötigt wurde. So widmete sie sich die letzten fünf Jahre mit besonderer Hingabe der Pflege ihres Mannes, der Ende Mai seine letzte Ruhe fand. Ferdinanda Mathis wird als starke Persönlichkeit mit großem Herz in der Erinnerung vieler Menschen weiterleben.