Mit aller Kraft mithelfen, das Überleben zu sichern

Vorarlberg / 22.07.2016 • 19:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Caritas-Mitarbeiter Michael Zündel vor Ort in Äthiopien: Die Lebensmittelhilfe lindert die größte Not. Foto: Caritas
Caritas-Mitarbeiter Michael Zündel vor Ort in Äthiopien: Die Lebensmittelhilfe lindert die größte Not. Foto: Caritas

Hundertausende unterernährte Kinder in Äthiopien sind jetzt dringend auf Hilfe angewiesen.

Feldkirch. Millionen Menschen stehen vor dem Nichts. Insgesamt sind in weiten Teilen Äthiopiens derzeit mehr als 18 Millionen Menschen aufgrund der lang anhaltenden Dürre auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Der Vorarlberger Caritas-Mitarbeiter Michael Zündel ist soeben aus Afrika zurückgekehrt und berichtet von der dramatischen Lage vor Ort. „Es geht unter die Haut, mitansehen zu müssen, wenn Hunderttausende Menschen, auf Lebensmittelhilfe angewiesen sind, weil sie einfach nichts mehr haben; wenn sie verzweifelt versuchen, wenigstens für ihre Kinder etwas zu essen zu besorgen.“ In Äthiopien leben acht von zehn Menschen direkt vom Ertrag der Felder und der Viehzucht. Dementsprechend prekär ist ihre momentane Lage. Michael Zündel nennt als Beispiel den Kleinbauern Amanuel, der ihm die immer hoffnungslosere Situation vor Ort geschildert hat: „Unsere Ziegen, Esel und Ochsen haben wir bereits verkauft. Viele Nachbarn mussten ihre Kinder bereits zu Verwandten schicken.“ Der fünffache Familienvater weiter: „Wir haben nichts mehr, das wir verkaufen könnten. Ohne die Lebensmittel, die wir von der Caritas erhalten, wüsste ich nicht, wie wir über die Runden kommen sollen.“ Jetzt setzt der Kleinbauer alles darauf, dass es in diesem Jahr genug regnen wird, damit eine gute Ernte möglich wird.

Und dann ist da Fatiya, die in der Gesundheitsstation im kleinen Dorf Mullu Hilfe sucht. Im Tragetuch über ihrer Schulter trägt sie ihr knapp einjähriges Baby, schlaff und erschreckend still. Die ganze Familie leidet seit Monaten Hunger. 20 Kühe habe sie gehabt, erzählt die junge Mutter, zwölf seien in den vergangenen Monaten verendet. Die letzte Maisernte ist gänzlich ausgefallen. Nun lebt die Familie mehr schlecht als recht von Nothilferationen, die sie von internationalen Hilfsorganisationen erhalten.

„Die Schwächsten, alte und kranke Menschen sowie Babys und Kinder unter fünf Jahren trifft der Hunger am stärksten“, berichtet Michael Zündel. „Das ist absolut tragisch, denn ein Kind unter fünf Jahren, das hungern muss, erleidet oft Schädigungen für das ganze Leben. Daher müssen wir alles versuchen, um diesen Kindern rechtzeitig zu helfen.“

Hilfe aus Vorarlberg

Vorarlberg zeigt sich bei solchen Notsituationen einmal mehr als verlässlicher Partner für die Menschen in Äthiopien. Aktuell wird mit der Ausgabe von Nahrungsmitteln, Spezialernährung für Kinder, Saatgut und Schulausspeisungsprogrammen der größten Not gegengesteuert, langfristig durch medizinische Versorgung und durch den Aufbau nachhaltiger landwirtschaftlicher Anbau- und Versorgungssysteme. Durch solche Modelle können die Bauern ihre Ernte lagern und gemeinsam zu besseren Preisen verkaufen. In der Nothilfe arbeitet die Caritas dabei eng mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen.

Nun hoffen alle, dass es in diesem Sommer genug regnen wird und im Herbst geerntet werden kann. „Solange die Kinder hier verhungern, haben wir als Gesellschaft deutlich versagt“, sprach auch Caritas-Präsident Michael Landau bei einer Pressereise vergangene Woche, sichtlich schockiert von der dramatischen Situation, deutliche Worte.

Zukunft ohne Hunger: Caritas Vorarlberg, Spendenkonto :
IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006, BIC RV VGAT2B422
Kennwort: „Sammlung gegen Hunger“. Der heutigen VN-Ausgabe
liegt auch ein Erlagschein bei.