Cannabisduft brachte rabiaten Autofahrer in die Zwickmühle

Vorarlberg / 25.07.2016 • 22:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

21-Jähriger legte sich bei Verkehrskontrolle mit Beamten an, was ihm eine Anzeige bescherte.

Feldkirch. (ec). Es war eine ganz normale Verkehrskontrolle, die die zwei jungen Polizisten am 17. Mai in Hohenems vornahmen. Vor dem Imbissstand „Bingo“ hielten die beiden Beamten einen Mercedes auf, um Führerschein und Zulassung zu kontrollieren. Ein junger Bursche ließ das Fenster herunter, und da roch es schon so seltsam aus dem Wagen. Der 30-jährige Polizist erkannte den Geruch sofort: Cannabis. Er forderte die beiden Burschen auf, aus dem Wagen zu steigen. Er wollte, dass der 21-jährige Angestellte die Sachen aus dem Fahrzeug nimmt und aufs Auto legt. Doch der junge Mann weigerte sich. Es gab eine Diskussion, denn Polizist und Angehaltener kennen sich bereits von mehreren Amtshandlungen. Der junge Mann bringt es mittlerweile auf drei Vorstrafen.

Netter Versuch

Als der Autolenker vor seinem Auto stand, versuchte er, mit seinem Fuß einen auf den Boden geworfenen Minigrip-Beutel mit „Gras“ unter den Wagen zu schubsen. Doch der jüngere Beamte bemerkte den Versuch und man interessierte sich fortan noch mehr für den jungen Mann. Der wurde immer aggressiver. „Fass mich nicht an, du junger ‚Siach‘“ , maulte er den jüngeren Beamten an. Schlussendlich ging das so lange hin und her, bis sich die Polizisten entschieden, dem Uneinsichtigen die Handfesseln anzulegen. Auch dagegen setzte sich der junge Mann offenbar zur Wehr, was ihm nun als „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ angelastet wird. Er selbst erzählt Geschichten wie „die Polizei zog ihre Schusswaffe und zwang mich auf den Boden“. Darüber können die beiden Beamten nur schmunzeln. Der Pfefferspray war das einzige, was sie einmal zur Sicherheit in die Hand nahmen, jedoch nicht einsetzten.

Locker drauf

Weil der junge Mann angeblich noch einen wichtigen Zeugen hat, wird der Prozess vertagt. Zum ersten Termin erschien der Beschuldigte mit einer halben Stunde Verspätung, es sei Stau gewesen, so seine Erklärung. „Ich hatte den Brief vom Gericht im Auto, dann habe ich Kaffee drüber geschüttet und ihn weggeschmissen. Erst gestern hab ich telefonisch erfahren, dass ich heute Verhandlung habe“, führt er weiter aus, dass er mit Gerichtspost eher locker umgeht. Nun sind alle auf die Aussage des Zeugen gespannt.