Land fordert mehr Mithilfe bei Integration

Vorarlberg / 26.07.2016 • 20:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Beschlossene Strategie zur Integration von Asylberechtigten präsentiert. 

bregenz. Mit dem Ziel, aus einem krisenbewältigenden Modus zu einer konzentrierten Koordination zu kommen, hat das Land einstimmig eine Strategie zur Integration von Asylberechtigten und subsidiär Schutzbedürftigen beschlossen. Festgelegt wurden dabei die Schwerpunkte für die kommenden Monate. Diese liegen laut Landeshauptmann Markus Wallner (48, ÖVP) darin, Angebote zu schaffen, aber auch von den Konventionsflüchtlingen und Bleibeberechtigten Integrationsbemühungen einzufordern.

Zentraler Punkt der am Dienstag im Landhaus präsentierten Strategie ist die Integrationsvereinbarung, die Asylberechtigte in Vorarlberg seit Jänner 2016 unterschreiben müssen und sich damit unter anderem verpflichten, Deutsch zu lernen, Wertekurse zu besuchen und diese auch einzuhalten sowie sich um Arbeit zu bemühen.

„Raus aus Mindestsicherung“

„Es braucht aktive Mithilfe von Asylberechtigten“, stellte Wallner klar. Jede Art der Verweigerung sei nicht angebracht. Zudem bekräftigte er den Entschluss des Landes, bei Nichteinhaltung der Vereinbarung die Mindestsicherung zu kürzen oder gar zu entziehen. „Wir wollen verhindern, dass Asylberechtigte lange Mindestsicherung beziehen“, begründet Wallner den Entschluss. Denn wichtig sei, „raus aus der Mindestsicherung“, und das so rasch wie möglich. Im Rahmen der Strategie ist deshalb geplant, die Deutsch- und Wertekurse zu intensivieren sowie die Angebote in Richtung Arbeitsmarkt auszubauen. Außerdem werde man durch mehr Polizeipräsenz in Asylunterkünften dem höheren Bedürfnis der Bevölkerung nach Sicherheit nachkommen. 

Vernetzung und Koordination

In den kommenden Monaten soll nun die Vernetzung der Träger der Integrationsarbeit – Land, Gemeinden, Institutionen, Ehrenamtliche – ausgebaut werden. Damit sollten die Tätigkeiten koordiniert werden. Koordinator auf Landesebene ist der ehemalige Schrunser Bürgermeister Erwin Bahl (ÖVP). Für eine Koordinierungsfunktion wolle das Land den Leiter des AMS Vorarlberg, Anton Strini, gewinnen, der in Kürze pensioniert wird.

Die für Integration zuständige Projektstelle „okay.zusammen leben“ unterstützt mit Programmen und Angeboten die Integrationsakteure, informierte Leiterin Eva Grabherr.