Neuer Anlauf für eine Apotheke im Weidach

26.07.2016 • 16:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Apotheken sind ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung.  Foto: apa
Apotheken sind ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung.  Foto: apa

Aktuell wurde Antrag mit Standort in der Arlbergstraße eingebracht.

Bregenz. (VN-mm) „Er und wir als Weidacher wollen keinesfalls aufgeben“, sagt Peter Girardi von der gleichnamigen Bürgerinitiative und bestätigt die Einreichung eines neuen Ansuchens für den Betrieb einer Apotheke in diesem Bregenzer Stadtteil. Antragsteller ist Paul Aufschnaiter, der sich schon Jahrzehnte um die Realisierung des Projekts bemüht. Im aktuellen Ansuchen ist als künftiger Standort einer Apotheke die Arlbergstraße angegeben. Nachdem der Europäische Gerichtshof (EuGH), wie berichtet, die Hürde, wonach den Apotheken in unmittelbarer Nachbarschaft mindestens 5500 zu versorgende Personen verbleiben müssen, gekippt hat, gibt es jetzt berechtigte Hoffnungen, „dass unsere Apotheke Wirklichkeit wird“, ist Girardi zuversichtlich. Denn auch die Apothekerkammer, die sich bislang gegen das Vorhaben sträubte, räumt ihm jetzt gute Chancen ein.

Viele Versuche

Zum ersten Mal wurde 1981 um eine Apotheke im Weidach angesucht und dann immer wieder. Doch jede Eingabe scheiterte an der starren gesetzlichen Regelung, was für die Weidacher insofern unverständlich war, weil es sich um einen schnell wachsenden Stadtteil handelt. Derzeit leben über 3500 Personen im Weidach. Der Bauboom dürfte den Zuzug weiter erhöhen. Zudem müsse die demografische Entwicklung berücksichtigt werden, lautete ein anderes Argument. Schon jetzt leben im Weidach sehr viele ältere und alte Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Auch eine Sozialraumanalyse hatte den Bedarf an einer Apotheke deutlich gemacht. Nachdem jedoch Bezirkshauptmannschaft und Landesverwaltungsgericht das Ansuchen negativ beschieden, war die Luft erst einmal draußen. Die Entscheidung des EuGH hat aber wieder Schwung in die Sache gebracht. „Wir wollen die Apotheke“, bekräftigt Peter Girardi.

Keine Bedenken

Der vom EuGH schon vor zwei Jahren geforderten Flexibilisierung in Bezug auf die 5500-Personen-Grenze wurde wohl mit der letzten Apothekengesetznovelle Rechnung getragen. Sie bezog sich allerdings nur auf ländliche und abgelegene Gebiete. Doch auch das hat der EuGH moniert und für unzulässig erklärt. Es müsse überall in Österreich möglich sein, im Rahmen der Bedarfsprüfung unter bestimmten Bedingungen die Personengrenze von 5500 zu unterschreiten, hieß es. Bezüglich Bedarfsprüfung plagen die Weidacher keine Bedenken. „Es ist Bedarf an einer Apotheke gegeben.“ Die Feststellung kommt mit Nachdruck.

Zwar hätten es die Befürworter lieber gesehen, wenn die Apotheke im Rahmen eines Primärversorgungszentrums realisiert werden könnte. Doch die vom Gesundheitsministerium bis Ende 2016 in Aussicht gestellte Regelung lässt weiter auf sich warten. Den ursprünglichen Plänen der Gesundheitsreform zufolge sollte bis zu diesem Zeitpunkt schon ein Prozent der österreichischen Bevölkerung über solche Einrichtungen medizinisch versorgt werden.