Notverbindung für die Meschacher

27.07.2016 • 16:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Im Katastrophenfall soll Götzner Parzelle künftig über Hohenems erreichbar sein.

Götzis, Hohenems. (VN-doh) Seit drei Jahren ist die Wildbach- und Lawinenverbauung am Gsohlbach oberhalb von Hohenems tätig. Mehrfach gab es in diesem Bereich Hangrutschungen und der Forstweg war blockiert. Im Juni 2013 kam es nach starken Niederschlägen im Bereich der Briedler Alpe in Hohenems zu einem größeren Murenabgang. Der Weg zwischen der Emser Hütte und der Alpe Gsohl wurde dabei vollkommen zerstört. Um nach den Hangrutschungen weitere Sicherungsmaßnahmen vornehmen zu können, wurde ein erster Notweg über den Götzner Berg zum sogenannten „langen Rank“ am Gsohlweg gebaut und die Wildbach- und Lawinenverbauung startete das Projekt Gsohlbach. Der Fokus liegt darauf, den Bach mit einem stabilen Querweg auszustatten, der stark genug ist, damit auch Lkw darüber fahren können, etwa für Forstarbeiten. Hauptziel ist es aber, eine Notausweichroute zu schaffen, falls im Raum Briedler erneut Rutschungen auftreten. Die Gesamtkosten betragen 370.000 Euro.

Wegen der Hochwasserereignisse der vergangenen Monate gibt es für die Wildbach- und Lawinenverbauung derzeit viel zu tun und akute Projekte müssen bearbeitet werden. Voraussichtlich wird das Projekt Gsohlbach daher erst Mitte August in die letzte Bauphase gehen – bis zum Wintereinbruch sollte der Weg dann fertiggestellt werden.

Geologisch instabiles Gebiet

Im Rahmen der Projektplanung ist nun der Landesgeologe Walter Bauer auf die Marktgemeinde Götzis zugekommen. Aufgrund der geologischen Situation empfiehlt Bauer, im Bereich Kleder-Millrütte eine Notwegverbindung herzustellen, da sich neben den bekannten Hohenemser Rutschungsgebieten auch Meschach und die Millrütte in einem geologisch instabilen Gebiet befinden. Auch hier sei jederzeit mit Elementarereignissen zu rechnen, wodurch die Götzner Parzellen von der Außenwelt abgeschnitten werden könnten. Durch die neue Verbindung sind künftig Versorgungsfahrten über das Gsohl, Schuttannen und Ebnit möglich. Für die Notwegverbindung muss auf Götzner Gebiet ein etwa 250 Meter langer Forstweg errichtet werden. Die Kosten dafür sind zu 100 Prozent von der Marktgemeinde zu tragen. In ihrer letzten Sitzung haben die Götzner Mandatare einem entsprechenden Beschluss einstimmig zugestimmt. Götzis wird sich demnach insgesamt mit 40.000 Euro am Projekt beteiligen.

Gespräche mit der Agrargemeinschaft Götzis als Grundbesitzer sind, laut Bürgermeister Christian Loacker, positiv verlaufen und die Agrar stimmt unter Bedingungen dem Bau zu. So kann der Verbindungsweg künftig auch als Viehtriebsweg für die Alpen Bockshang und Jägerswald benutzt werden. Die Wegerhaltung bis zur Gemeindegrenze übernimmt die Agrargemeinschaft Götzis. Instandhaltungen aufgrund der Notwegbenutzung sind aber von der Marktgemeinde zu tragen. Zudem wird Götzis den bestehenden Wanderweg zurückbauen und aufforsten. Das laufende Projekt in Hohenems habe nahegelegt, dass sich Götzis anschließt und mit der Verbindung für Notsituationen im Katastrophenfall vorsorgen kann, meint Bürgermeister Loacker.

Die Verbindung ist im Katastrophenfall sehr wichtig.

Christian Loacker