Badeverbot sorgt für Verwirrung

28.07.2016 • 16:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf dem Gelände des Kieswerks Kopf ist jeglicher Freizeitverkehr untersagt, das Altacher Badeverbot soll allerdings überarbeitet werden.  doh
Auf dem Gelände des Kieswerks Kopf ist jeglicher Freizeitverkehr untersagt, das Altacher Badeverbot soll allerdings überarbeitet werden.  doh

Altach will eine noch nie geahndete Verordnung aus den 1970er-Jahren überarbeiten.

Altach, Hohenems. (VN-doh) Der Alte Rhein in Altach ist ein beliebtes Naherholungsgebiet in der Gemeinde Altach. Dabei zieht es viele Erholungssuchende nicht nur in das Freibad Rheinauen, sondern auch ans Kopfloch. Am Werksgelände des Kieswerks Kopf kommt es deshalb immer wieder zu brenzligen Situationen und einer massiven Gefährdung von Personen und insbesondere von Kindern, wie Bürgermeister Gottfried Brändle erklärt. Ein Beinaheunfall im Juni habe das Fass zum Überlaufen gebracht, und es kam zum Entschluss, das Werksgelände für den „Freizeitverkehr“ unverzüglich zu schließen. Die VN berichteten.

Die neue Verordnung wurde im Gemeindeblatt mehrfach veröffentlicht. Für Verwirrung sorgte allerdings, dass Bürgermeister Brändle auch auf das Badeverbot am Alten Rhein aufmerksam machte. Die Altacher Gemeindevertreter hatten dieses aus Sicherheitsgründen Anfang der 1970er-Jahre erlassen. Im Jahr 1973 erachteten es die Gemeindemandatare zudem als notwendig, neben dem Baden auch das „Waschen von Fahrzeugen jeglicher Art“ zu verbieten. „Wir wissen, dass das Badeverbot nie exekutiert wurde und deshalb auch, trotz Badeverbotsschild, das Gelände regelmäßig von Badegästen aufgesucht wurde“, erklärt Brändle. Auch er selbst sei dort immer wieder baden gewesen. Die Verordnung habe aber nach wie vor Gültigkeit. Eine Änderung könne nur die Gemeindevertretung beschließen. Er stellt in Aussicht, dass sich die Mandatare im Herbst damit beschäftigen und eine Lösung für die Zukunft ausarbeiten.

Für Verwirrung sorgte der Altacher Beitrag im Gemeindeblatt jedenfalls im Bürgerforum. Denn die Stadt Hohenems bewirbt das Naherholungsgebiet im gemeinsamen Gemeindeblatt mit den Kummenberggemeinden mit badenden Kindern auf einem Floss. Aus dem Rathaus heißt es, dass es im Stadtgebiet kein generelles Badeverbot gibt.

Nur das Naturschutzgebiet im Bereich des Autobahnanschlusses ist für Badende tabu. In Hohenems und auch in Lustenau können Wasserratten also ganz ohne Verwaltungsübertretung auf ihre Kosten kommen.