Ende einer langen Arztsuche im hinteren Bregenzerwald

29.07.2016 • 19:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Schoppernau bekommt mit Jänner 2017 einen Gemeindearzt. Demnächst Baubeginn für Praxis.

Schoppernau. (VN-mm) Fast zwei Jahre bemühte sich Schoppernau um einen Gemeindearzt. Nun ist er mit Dr. Andreas Wüstner gefunden. Noch arbeitet er im Landeskrankenhaus Hohenems und wohnt in Dornbirn. Doch am 1. Jänner 2017 soll die neue Ordination in Schoppernau ihre Tore öffnen. Dafür will auch die Gemeinde sorgen und stockt das bestehende Feuerwehrgerätehaus um eine Arztpraxis samt Röntgengerät auf. Die Investitionskosten betragen rund 500.000 Euro. „Mit der neuen Ärztin in Mellau und unserem Gemeindearzt ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung im hinteren Bregenzerwald gesichert“, freut sich Bürgermeister Walter Beer über das Ende einer langen Suche.

Gespräche laufen

Ob Andreas Wüstner neben Schoppernau und Schröcken als Arzt auch die Gemeinde Warth übernimmt, ist laut Bürgermeister Stefan Strolz noch Gegenstand von Gesprächen. Bislang wurde der Ort etwa im Winter von Jos Wüstner noch im Rahmen einer Wahlarztpraxis mitbetreut. Würde Andreas Wüstner einsteigen, bliebe die Arbeit quasi in der Familie. Denn zwischen Jos und Andreas Wüstner gibt es verwandtschaftliche Bande.

Günstige Lage

Zuerst muss allerdings die Praxis fertiggestellt werden. Der Plan ist eingereicht, die Bauverhandlung für das Projekt auf Mitte August festgelegt. Danach hofft Walter Beer, schnellstens mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Es gibt allerdings keine Gesamtüberbauung. Vorderhand steht lediglich die Errichtung der rund 200 Quadratmeter umfassenden Ordinationsräume an. Der übrige Gebäudeteil wird jedoch mit Stiegenhaus und Lift erschlossen, um sich Erweiterungsmöglichkeiten für einen Facharzt oder Therapeuten offenzuhalten. Diese Lösung ist laut Gemeindeoberhaupt deshalb ideal, weil kein zusätzlicher Grund verbaut werden muss. Zudem liege das Gebäude im Gegensatz zu anderen Objekten, die man sich auch angesehen habe, sehr günstig. „Direkt davor gibt es eine Bushaltestelle und gleich in der Nähe einen Hubschrauberlandeplatz“, listet Beer verschiedene Vorteile auf. Der neue Gemeindearzt Andreas Wüstner wird die Praxis in Pacht übernehmen.

Schoppernau ist eine Gemeinde mit 950 Einwohnern und 3200 Gästebetten. Gebietskrankenkasse und Ärztekammer haben die Vertragsstelle für einen Allgemeinmediziner mehr als einmal ausgeschrieben, und zwar sowohl im Inland wie im Ausland.

Mehr als vereinzelte Anfragen kamen bei Walter Beer aber nicht an. Die Interessenten seien zudem schon älter gewesen: „Da hätten wir bald wieder suchen müssen.“ Für Schoppernau hat sich das Zuwarten jedenfalls gelohnt.

Direkt vor der neuen Praxis gibt es eine Bushaltestelle und gleich in der Nähe einen Heli-Landeplatz.

Bgm Walter Beer, Schoppernau