Vier Jahre Haft für Dealerin, die Pillen aus China verkaufte

29.07.2016 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Aufputsch- und Rauschmittel in Tablettenform von chinesischen Händlern vertickte die Frau. Foto: VN/Hofmeister
Aufputsch- und Rauschmittel in Tablettenform von chinesischen Händlern vertickte die Frau. Foto: VN/Hofmeister

38-Jährige verkaufte in zehn Jahren 5500 Tabletten, um ihre Sucht
zu finanzieren.

Christiane Eckert

Feldkirch. Sie selbst ist seit dem 14. Lebensjahr drogenabhängig. Nach einer Reihe diverser Substanzen landete die Frau bei Heroin. Seit ihrem 23. Lebensjahr versucht sie, über das Substitutionsprogramm von den Drogen los zu kommen, doch bisher erfolglos.

Zwölf Therapien und Entzüge hat sie bereits hinter sich, doch immer wieder ist sie gescheitert. Sie schmuggelte Ersatzstoffe aus der Apotheke und zweigte auf diese Weise Pillen ab. Sieben Vorstrafen, fünf davon einschlägig, hat die Dame bereits. Sie ist gezeichnet von ihrem jahrzehntelangen Drogenmissbrauch, nun sitzt sie wieder wegen diverser illegaler Substanzen vor Gericht.

Ware aus China

Die Pillen verkaufte die Invaliditätspensionistin um 20 Euro pro Stück. Aufputschende Designerdrogen gab sie sogar für 60 Euro pro Gramm weiter. Sie selbst bezahlte zwischen drei bis sechs Euro pro Gramm. Bestellt hat sie die stimulierenden Substanzen im Internet, insgesamt handelt es sich um ein halbes Kilo.

Auf zwei Laptops wurde reger Schriftverkehr mit den chinesischen Lieferanten nachgewiesen. Mit der Post kam der Stoff, umgepackt in Minigrip-Säckchen ging es dann weiter zu den Endverbrauchern. Es handelte sich um verschiedene Stoffe, meinst Kurzbezeichnungen wie zum Beispiel Alpha-PVP, was für die beinahe unaussprechliche Verbindung „Alpha-Pyrrolidinopentiophenone“ steht.

Enttäuscht

Die 38-Jährige hat Gerichtserfahrung und zeigt sich im Wesentlichen geständig. Nur was die Mengen betrifft kann sie nicht glauben, dass es so viel war, was sie weitergegeben hat. Die Polizei habe sie unter Druck gesetzt und sie dauernd die Mengen durchrechnen lassen, da habe sie irgendwann einfach unterschrieben, behauptet die Angeklagte.

Die Drogenabhängige hofft, eine Therapie statt einer Strafe machen zu dürfen, doch daraus wird nichts. Bei der Urteilsverkündung weint sie. „Vier Jahre Haft, denn es handelt sich um harte Drogen“, macht Richterin Verena Marschnig klar. Zudem wird ein Betrag von 140.000 Euro für verfallen erklärt. Die Summe müsste die Frau theoretisch dem Staat abführen. Doch nach erfolgloser Exekution weiß auch der Fiskus, dass von der Betreffenden nie etwas zu holen sein wird. Somit dürfte dies eine Forderung auf dem Papier bleiben.

Ob sie das Urteil akzeptiert, möchte sich die Verurteilte noch überlegen. Der Strafrahmen liegt bei einem bis 15 Jahren. „Somit liegen wir mit dieser Strafe noch im unteren Bereich“, erklärt die Richterin abschließend.