Weniger Tote bei jungen Fahrern

29.07.2016 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der ÖAMTC empfiehlt Fahrtrainings.  Foto: VN/Hofmeister
Der ÖAMTC empfiehlt Fahrtrainings. Foto: VN/Hofmeister

ÖAMTC: Mehrphasen­ausbildung greift. Trotzdem sind junge Fahrer besonders gefährdet.

SCHWARZACH. Im vergangenen Jahr verunglückten rund 4900 Autofahrer in der Altersgruppe der 17- bis 24-Jährigen bei Unfällen auf Österreichs Straßen, davon verloren 36 ihr Leben. Das berichtete der ÖAMTC am Freitag, ohne Vorarlberg-spezifische Zahlen zu nennen. Dieser Wert scheint zwar hoch, jedoch ist die Zahl der getöteten jungen Lenker seit 2003 um 70 Prozent gesunken. Der Automobilklub macht dafür die Mehrphasenausbildung beim Führerschein verantwortlich.

Positive Entwicklung

Im Allgemeinen sieht der ÖAMTC die Entwicklung der Unfallzahlen der letzten Jahre  positiv. Der Anteil der jungen Menschen am Steuer an allen verunglückten Fahrern ist gesunken, denn im Jahr 2000 waren es noch 34 Prozent, im Jahr 2015 hingegen nur noch 26.

Viele Unfälle nachts

Dennoch sei es so, dass vor allem in den Nachtstunden am Wochenende der Anteil der verunglückten jungen Lenker erhöht ist. In dieser Zeit ist sogar jeder dritte Getötete ein Jugendlicher, warnt der Automobilklub am Freitag.

Ein üblicher Verdächtiger als Grund dafür ist die fehlende Fahrpraxis. „Verkehrssituationen werden oft nicht richtig eingeschätzt und es kommt zu falschen Reaktionen“, erklärt Felix Etl vom ÖAMTC. Außerdem wird nicht angepasste Geschwindigkeit bei jungen Fahrern doppelt so oft als Unfallursache vermerkt, als bei älteren Lenkern und sie verunglücken deutlich öfter ohne Fremdeinwirkung. Oft kommen sie von der Straße ab.

Häufig alte Autos

Was der Automobilklub ebenso feststellt: Junge Fahrer sind häufiger als andere mit älteren Autos unterwegs. Laut Unfallstatistik sind die Pkw der jungen Verunglückten im Schnitt über zehn Jahre alt. Diese sind oft nicht am aktuellen Stand der Technik. Der ÖAMTC rät, beim Autokauf auf aktive und passive Sicherheitseinrichtungen zu achten.  Damit es aber gar nicht erst zu Unfällen kommt, kann man weiter an seiner Fahrtechnik arbeiten.

Neben dem gesetzlich verpflichtenden Fahrsicherheitstraining im Rahmen der Mehrphasenausbildung empfiehlt der Klub daher, weitere Fahrtechniktrainings zu besuchen. Auch seitens der Infrastruktur können vergleichsweise geringfügige Maßnahmen zu Verbesserungen beitragen – diese würden dann sogar allen Verkehrsteilnehmern zugute kommen.