Beherztes Vorarlberger Paar wehrte in Rio Kriminelle ab

Vorarlberg / 15.08.2016 • 22:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Herz, eine Seele und couragiert: Adi und Luzia Horvath aus Wald am Arlberg. Foto: privat
Ein Herz, eine Seele und couragiert: Adi und Luzia Horvath aus Wald am Arlberg. Foto: privat

Luzia und Adi Horvath aus Wald am Arlberg konnten in Brasilien zwei Überfälle vereiteln.

Rio de Janeiro. (VN-jd) Den Schießsport üben sie seit vielen Jahren selbst mit Leidenschaft aus, das Daumendrücken bei Großevents bezeichnen sie als ihre große Leidenschaft.

Seinen Besuch der Sommerspiele in Rio de Janeiro wird das Ehepaar Adi (62) und Luzia (60) Horvath aus Wald am Arlberg allerdings nicht so schnell vergessen.

Zweimal attackiert

Die seit Jahresbeginn pensionierten Kleinunternehmer weilen seit dem 12. Juli in Brasilien und wurden gleich zwei Mal in Überfälle verwickelt. Zunächst war es in der Küstenstadt Salvador de Bahia, als sie nach dem Abendessen den Sonnenuntergang genießen wollten: „Ich bin vielleicht zwei Meter vor meiner Frau gegangen, als zwei junge Burschen versuchten, mir den Rucksack runterzureißen. Geistesgegenwärtig habe ich mich gedreht und so konnte ich den Versuch vereiteln. Auf der Flucht ist einer der Täter in Stuntman-Manier über die Kühlerhaube eines Taxis in einen Kiosk geflüchtet. Meine Versuche, die Polizei zu rufen, waren aber vergeblich, und der Täter konnte in der Menge die Flucht ergreifen. Da uns nichts geklaut wurde, haben wir aber keine Polizei gerufen und sind in unser Hotel zurückgekehrt“, erinnert sich Adi Horvath.

„Instinktiv gehandelt“

Knapp zwei Wochen später war das Ehepaar dann auf der berühmten Copacabana in der Nähe des Beachvolleyballstadions abermals in einen Vorfall verwickelt. „Ein Radfahrer ist im vollen Karacho auf mich zugefahren und wollte mir den Rucksack wegreißen. Meine Frau, die hinter mit gestanden ist, hat sofort begonnen zu schreien und der Kleinkriminelle musste ohne Beute die Flucht antreten“, so Horvath. „Wir waren schon bei Olympia in Athen und London dabei. Doch so unsicher wie hier haben wir uns noch nie gefühlt. Wir halten uns eigentlich an alle Ratschläge, tragen keinen Schmuck oder Uhren, und trotzdem wurden wir in Zwischenfälle verwickelt. Doch das Wichtigste ist, dass uns nichts passiert ist und uns nichts geklaut wurde. Ob es klug war, den Täter zu verfolgen, kann ich nicht sagen. Doch ich habe in diesem Moment einfach instinktiv gehandelt.“

Die Reise nach Südamerika hatte aber auch viele schöne Momente für das Ehepaar. Die Zeit in São Paulo, der Besuch der Iguazú-Wasserfälle bzw. der Besuch einer Schule in Paraguay.

Ende der 90er-Jahre lernte Horvath über sein Patenkind das Buschspital von Elisabeth Neier kennen, und der selbstständige Malermeister entschloss sich, die Renovierungsarbeiten für das heruntergekommene Gebäude in Angriff zu nehmen.

Besonders gefreut hat sich Adi Horvath natürlich über das Wiedersehen bei den Schießbewerben mit Wolfram Waibel und Thomas Mathis: „Leider hat es trotz einer starken Leistung für Thomas mit dem Finaleinzug nicht geklappt. Aber sie haben das Ländle in Rio würdig vertreten.“