„Die Tagesarbeit macht viel Spaß“

Vorarlberg / 15.08.2016 • 18:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dr. Fritz Schuler: „Österreich ist nicht reformierbar.“  Foto: VN/Paulitsch
Dr. Fritz Schuler: „Österreich ist nicht reformierbar.“ Foto: VN/Paulitsch

Vollzeitjob als Rechtsanwalt in Bregenz, Golf, Skifahren, Wandern, Geschichte und Malerei.

Bregenz. (ee) „Ich bin 2004 aus dem Vorarlberger Landtag ausgeschieden und nach wie vor voll als Rechtsanwalt, der auf Wirtschafts- und Vertragsangelegenheiten spezialisiert ist, in Bregenz tätig. Die tägliche Arbeit macht mir großen Spaß.“

FPÖ-Obmannstellvertreter

So der frühere FPÖ-Politiker Dr. Fritz Schuler, der bei seiner Angelobung als Landtagsabgeordneter am 4. Oktober 1994 auch das Amt des 2. Landtagsvizepräsidenten für eine Legislaturperiode übernommen hatte. Am 26. April 1996 wurde er zudem zum stellvertretenden Landesparteiobmann der FPÖ Vorarlberg gewählt.

Nach der Wiederwahl als Landtagsabgeordneter des 27. Landtags im Jahr 1999 schied Schuler mit der Angelobung des 28. Landtags 2004 als Abgeordneter aus. Ein halbes Jahr später, am 11. April 2005, trat Schuler aus der FPÖ aus und beendete damit endgültig seine politische Laufbahn.

„Gründe für meinen Parteiaustritt waren die Knittelfeld-Ereignisse und die unrühmliche und charakterlose Gründung des BZÖ“, erinnert sich Schuler heute.

„Meine Freizeit verbringe ich mit Golf, Skifahren, Wandern und der Beschäftigung mit Geschichte und bildender Kunst. Dabei reichen meine geschichtlichen Interessen vom Altertum bis herauf zur Zeitgeschichte. Reisen unternehme ich hauptsächlich in Verbindung mit dem Golfen, zuletzt war ich in diesem Zusammenhang in Schottland“, schildert Schuler. Der ständige Beobachter der Politik macht sich Sorgen über die Entwicklung unserer Gesellschaft und den Umstand, dass die Menschheit nicht bereit ist, aus der Geschichte zu lernen sowie dass alles der Wirtschaft untergeordnet ist. Als Beispiel dazu nennt er die Tatsache, dass wir zu 50 Prozent Gegenstände produzieren, die der Mensch zum Leben überhaupt nicht benötigt.

Bundespräsident abschaffen

Im Zusammenhang mit der Wiederholung der Stichwahl zur Bundespräsidentenwahl meint Schuler: „Man sollte sich Gedanken machen, ob man nicht das Amt des Bundespräsidenten überhaupt abschaffen sollte. Die bevorstehende Wahl ist eine Wahl zwischen Pest und Cholera und ein weiterer Beitrag zur Politikverdrossenheit der Bürger.“

Grundsätzlich hält Schuler aufgrund der Parteiensituation Österreich für nicht reformierbar, obwohl notwendige Reformen dringend anstünden.

Eigene Kanzlei seit 1975

Schuler wurde 1944 in Bregenz geboren und besuchte dort die Volksschule und das Gymnasium, wo er 1962 die Matura ablegte. Von 1962 bis 1967 absolvierte er das Studium der Rechtswissenschaften in Innsbruck. Anschließend an sein Gerichtspraktikum wurde er Rechtsanwaltsanwärter in Kanzleien in Vaduz und Bregenz. Im Jahre 1975 eröffnete er schließlich seine eigene Rechtsanwaltskanzlei. Der FPÖ war Schuler 1993 beigetreten.

Zur Person

Dr. Fritz Schuler

Geboren: 22. Juli 1944 in Bregenz

Ausbildung: Volksschule, Gymnasium Bregenz (Matura 1962), Jus-Studium in Innsbruck (Promotion zum Dr. jur. 1967)

Beruflicher Werdegang: Gerichtspraktikum, Rechtsanwaltsanwärter in Vaduz und Bregenz, seit 1975 eigene Rechtsanwaltskanzlei

Politische Laufbahn: 1993 Eintritt in die FPÖ, Landtagsabgeordneter, Landtagsvizepräsident, stellv. Landesobmann der FPÖ, 2005 Austritt aus der FPÖ

Hobbys: Golf, Skifahren, Wandern, Geschichte, bildende Kunst

Familie: verheiratet in zweiter Ehe, eine Tochter aus erster Ehe