Motiv nach Bluttat weiter unklar

15.08.2016 • 20:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kurz vor dem Bahnhof Salez hatte der junge Schweizer insgesamt sechs Passagiere angegriffen, darunter auch ein Kind. Foto: AFP
Kurz vor dem Bahnhof Salez hatte der junge Schweizer insgesamt sechs Passagiere angegriffen, darunter auch ein Kind. Foto: AFP

Zwei Todesopfer nach Attacke eines Schweizers (27) in Regionalzug bei Salez (SG).

Sennwald, Salez. Mit einer Flammen-Attacke und einem Messer hat ein 27-Jähriger Samstagnachmittag gegen 14.20 Uhr in einem Regionalzug der Südostbahn kurz vor dem Bahnhof Salez bei Liechtenstein einen tödlichen Angriff auf Passagiere verübt. Eine 34-jährige Frau erlag laut Polizei am Sonntag ihren Verletzungen. Auch der Tatverdächtige überlebte das von ihm entfachte Inferno nicht.

Kein Terrorakt

Fünf Zuggäste, darunter ein sechsjähriges Kind, wurden sehr schwer verletzt. Das Motiv für die Tat war am Sonntag noch unklar. Einen Terrorakt hielt die Polizei für unwahrscheinlich. „Es gibt bisher keine Anzeichen für eine terroristische oder politisch motivierte Tat“, teilte sie mit.

Die Attacke wurde auf Video aufgenommen. Der Täter hatte in einem Waggon die Flüssigkeit ausgeschüttet, die sich entzündete. Mit einem Messer stach er auf die Passagiere ein. Bei den Verletzten handelt es sich um einen 17- und einen 50-jährigen Mann, um zwei Frauen im Alter von 17 und 43 Jahren sowie um das sechsjährige Kind.

Die Behörden gingen aufgrund des Videomaterials von einem Einzeltäter aus. Der Tatverdächtige mit laut Polizei „typisch schweizerischem Namen“ ist in einem Schweizer Kanton gemeldet. Die Polizei durchsuchte noch am Abend sein Haus. Der Mann ist bei der Polizei unbekannt, im schweizerischen Strafregister besteht kein Eintrag über ihn.

Großeinsatz am Bahnhof

Der Lokführer hatte nach dem Brandalarm besonnen den Zug in den nächsten Bahnhof gefahren und nicht sofort auf freier Strecke gestoppt. Das erleichterte laut Polizei die Rettungsarbeiten erheblich. 50 bis 60 weitere Zugpassagiere wurden von Notfall-Teams psychologisch betreut. Drei Rettungshubschrauber, einige Notärzte und viele andere Helfer waren im Einsatz.

Nach der Einfahrt des Zuges und dem Öffnen der Türen barg laut Behörden ein auf dem Bahnsteig stehender Mann einen der Schwerverletzten aus dem stark rauchenden Waggon und leistete Erste Hilfe.

Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich bei dem Verletzten um den Tatverdächtigen selbst.