Zum Gedenken

15.08.2016 • 15:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Erna Felder

Andelsbuch. Geboren ist Erna im Mai 1943 im Kleinmoos 99 als Älteste in der Familie von „Jösles Wise“. Schon bald machte sich ihre starke Gehbehinderung bemerkbar, die in Folge viele längere Spitalsaufenthalte mit sich brachte. Zudem hat eine Verletzung der Schilddrüse, verursacht durch eine Kuhattacke, ebenfalls noch im Kindesalter, ihre Gesundheit zusätzlich beeinträchtigt. Trotzdem unternahm sie unverdrossen acht Jahre zu Fuß den langen Schulweg, und nach der Schulzeit auch zu ihrer ersten Arbeitsstelle, der Strumpffabrik Kunert. Die Verlegung dieses Betriebes in die Gegend von Feldkirch brachte trotz Entfernung dank eines Werksverkehrs Erleichterung. Dieser hat ihr durch einige Jahre die Mitarbeit in der Elastisana-Zweigstelle in Bezau ermöglicht. Die jahrzehntelange Leitung der Bücherei hat Erna auch viele „Ständ und Gäng“ verursacht, jedoch auch geistigen Kontakt und Auseinandersetzung mit interessanten Leuten ermöglicht. Die Bücherei war jahrelang im Kaplanhaus beheimatet, und damit hat Erna fast Familienanschluss zu Kaplan Dr. Franz Michel Willam und seiner Haushälterin Nanni gepflegt. Und dass sie mit ihrer Kenntnis über Bücher und deren Autoren bei vielen Kindern und Jugendlichen auch deren Leselust wecken konnte, ist heute schon fast in Vergessenheit geraten, soll aber mit großer Wertschätzung in Erinnerung gerufen werden. 1974 ist Erna mit ihren Eltern in das neu erbaute Haus gezogen. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1982 und der Mutter im Jahr 2005 hat sie dort noch zehn Jahre allein gelebt und mit Unterstützung von „Essen auf Rädern“, MOHI-Mitarbeitern und Nachbarschaftshilfe auch gute Zeiten genossen. Sie war eine gute Gomerin für ihre Nichten und Neffen, hat Jassrunden und andere „Stubata“ organisiert und auch besucht und an Ausflugsfahrten teilgenommen. Die Nachbarn haben sie zum wöchentlichen Einkauf mit Kaffeebesuch beim Künz mitgenommen, sie hat gute Kontakte zu ihren Patenkindern in Deutschland gepflegt und vieles mehr. Nach dem Wiederaufkommen ihrer Tumorerkrankung im Frühjahr haben ihre Kräfte und ihr Lebenswille schnell nachgelassen, und nach ein paar Wochen im Pflegeheim in Egg hat sie dort friedlich ihr diesseitiges, oft mühsames Leben beendet.