Betrunkene Küchengehilfin sticht auf Arbeitskollegin ein

16.08.2016 • 20:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Motiv Eifersucht. Rumänin verletzt ihre Kontrahentin mit Messer. 1200 Euro Strafe.

Christiane Eckert

Feldkirch. Die beiden Frauen sind eigentlich Arbeitskolleginnen und waren bis zum Vorfall auch Freundinnen. Die Frauen tranken gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden. Dann fand die 43-Jährige offenbar Gefallen am Ehemann der Bekannten.

„Als ich vom Balkon zurück kam, lag mein Mann mit dieser Frau im Bett“, erzählt die 45-jährige Angeklagte von einem angeblichen Schäferstündchen ihres Ehegatten. Dass sie der Kollegin dann mit einem Messer nachgelaufen sei, das stimme, räumt sie ein. Aber sie habe ihr nur Angst machen wollen, doch nicht umbringen. Sie sei ja schließlich keine Kriminelle, versucht sich die Beschuldigte, die schon mehrere Jahre in Österreich lebt, zu rechtfertigen.

Schnittverletzung

Ob sie das flüchtende Zimmermädchen dann im Stiegenhaus noch erwischt und verletzt habe, kann die 45-Jährige nicht sagen. Fotos und Zeugenaussagen der einschreitenden Polizisten belegen aber, dass das Opfer frische Schnittverletzungen am Unterarm hatte. 1000 Euro will die Frau dafür, zugesprochen bekommt sie vom Richter allerdings nur 100. Am meisten scheint die Angeklagte zu empören, dass sie damals im Bademantel abgeführt wurde. Doch die Beamten hatten während ihrer Amtshandlung andere Sorgen als die Kleidung der Angreiferin. Sie war betrunken und aufgebracht, und auch im Gericht zeigt sie nicht allzu viel Respekt vor der Justiz.

Verurteilt

Schlussendlich wird die Rumänin wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Strafrahmen reicht bis zu drei Jahren. Die bereits wegen Diebstahls Vorbestrafte ist auch bereit, dem Opfer das zugesprochene Schmerzengeld zu bezahlen. Für die Geldstrafe erbittet sie sich eine Ratenzahlung.

Weil die Frau nicht anwaltlich vertreten ist, kann sie sich das Urteil noch drei Tage überlegen. „Wir sind jedenfalls geschiedene Leute“, betont die Verurteilte, dass sie mit der einstigen Freundin nichts mehr zu tun haben will.