„Augenzeugen gut in den Alltag entlassen“

Vorarlberg / 17.08.2016 • 22:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
KIT-Geschäftsführer Thomas Stubler. Foto: KIT
KIT-Geschäftsführer Thomas Stubler. Foto: KIT

Das Kriseninterventionsteam (KIT) hat ein ereignisreiches halbes Jahr hinter sich.

Feldkirch. (VN-mm) Die Messerattacke eines 60-Jährigen in einem Regionalzug, die Vorarlberg am Dienstagmorgen aus seiner Beschaulichkeit riss, bedeutete auch für das Kriseninterventionsteam (KIT) einen Großeinsatz. „Meistens rücken wir mit zwei Personen aus“, sagt Geschäftsführer Thomas Stubler. In diesem Fall war das KIT mit vier Leuten vor Ort, um die zahlreichen Augenzeugen, die den Angriff mitansehen mussten, entsprechend unterstützen zu können. Laut Stubler nahmen insgesamt zehn Personen die Betreuung durch die KIT-Mitarbeiter in Anspruch.

Vor-Ort-Betreuung

Privatpersonen können
das Kriseninterventionsteam nicht rufen. Das bleibt Rettungsorganisationen vorbehalten. In diesem Fall lief die Anforderung über die Polizei, die als erste am Tatort war. Da sich der Einsatz nach etwas Größerem anhörte, wurden vier Mitarbeiter auf den Weg geschickt. Rotkreuz-Beschäftigte hatten bei der Bahnhaltestelle in Sulz bereits einige Fahrgäste separiert, denen der Vorfall besonders zu schaffen machte. „Um die haben wir uns zuerst gekümmert“, berichtet Thomas Stubler. Anschließend wurde bei den übrigen Zugpassagieren nachgefragt, ob sie Hilfe möchten. Weitere Maßnahmen waren dann nicht mehr erforderlich. „Mit der Vor-Ort-Betreuung konnten wir die Leute gut in den Alltag entlassen“, resümiert der KIT-Geschäftsführer.

In Rettungskette etabliert

Das vor 16 Jahren gegründete Kriseninterventionsteam etabliert sich immer stärker in der Rettungskette des Landes. Zum Vergleich: 2015 gab es 185 Ausrückungen, heuer listet die Statistik bereits über 150 Einsätze auf. Der Amoklauf in Nenzing sowie zahlreiche schwere Verkehrs- und Bergunfälle forderten die rund 80 freiwilligen Mitarbeiter. Personalmangel kennt das KIT nicht. Im Gegenteil. Für die im September beginnende Ausbildung gab es über 70 Bewerber, aber nur 20 konnten aufgenommen werden.