Konzession für Apotheke in Tosters beantragt

Vorarlberg / 18.08.2016 • 19:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 30. Oktober 2015.
VN-Bericht vom 30. Oktober 2015.

Nach Aufhebung des Apotheken-Gebietsschutzes durch EuGH steht Tor  für Stadtteil-Apotheke offen.

Feldkirch. (VN-gms) Im Juli 2016 hob der Europäische Gerichtshof (EuGH) eine österreichische Regelung auf, die besagte, dass eine  neu zu errichtende Apotheke im städtischen Raum mindestens 5500 zu versorgende Personen benötigte. Diese Regelung verhinderte bisher, dass im Feldkircher Ortsteil Tosters eine Apotheke errichtet werden konnte. Tosters hat zwar 5800 Einwohner, aber da es in der Feldkircher Innenstadt bereits zwei Apotheken gibt, wurde die Tostner Bevölkerung deren Einzugsbereich zugeschlagen. Ein Missstand, gegen den die Bürgerbewegung „Apotheke für Tosters“ bereits seit Längerem ankämpfte.

Antrag auf Konzession

Die Pharmazeutin Ingrid Heller, die aktuell die Herz-Jesu-Apotheke beim Feldkircher Dom leitet, hat nun die neue rechtliche Lage genutzt und bei der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch einen Antrag auf Erteilung einer Konzession für den Betrieb einer öffentlichen Apotheke in Tosters gestellt. Derzeit läuft die Einspruchsfrist für die umliegenden Apotheken, danach wird die Apothekerkammer ein Gutachten erstellen, aufgrund dessen die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch als zuständige Behörde eine Konzession erteilen kann. Heller ist zuversichtlich, dass es klappen wird. Denn sie ist überzeugt, dass eine Apotheke in Tosters Sinn machen würde. Immerhin wächst der Orststeil stark, verfügt über zwei praktische Ärzte sowie eine Fachärztin und ein großes Altersheim. Auch Walter Fontana, der Obmann des Krankenpflegevereins Tosters und einer der Initiatoren der Bürgerbewegung, sieht einen enormen Bedarf. „Wir befragen regelmäßig ältere Bürger, und ausnahmslos wird der Wunsch nach einer Apotheke in Tosters geäußert.“

Antragstellerin Heller hat auch bereits den passenden Standort ausfindig gemacht. Direkt im Zentrum von Tosters, in unmittelbarer Nähe der Kirche und einiger Nahversorger, ist eine neue Zentrumsüberbauung geplant. „Das wäre der optimale Standort“, ist die Pharmazeutin überzeugt. Sie weist darauf hin, dass eine Apotheke schon allein wegen gesetzlicher Auflagen weit mehr Raum benötige als nur den Verkaufsbereich, das könnte man hier gut unterbringen. Heller ist überzeugt, dass es in Tosters genügend Bedarf  gibt und dass somit eine Apotheke wirtschaftlich zu führen wäre. Die Pharmazeutin ist seit 30 Jahren in Apotheken tätig und sucht nun eine neue Herausforderung. „Ich glaube, das ist eine Win-win-Situation für alle Seiten.“ Laut Heller würden durch die Apotheke zudem fünf bis sechs neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Bis es so weit ist, wird es aber noch etwas dauern. Wenn die Lizenz erteilt wird, hat Heller zwei Jahre Zeit, die Apotheke zu eröffnen. Der Baustart für den Wunsch­standort ist aktuell für den Sommer 2017 avisiert. Sollte es für das Projekt keine Baugenehmigung geben, gäbe es aber auch andere gut geeignete Standort, betont Heller.

Viel Unterstützung

Aber auch von anderer Seite kommt Unterstützung. So etwa von der Stadt Feldkirch. „Wir begrüßen das sehr und wünschen dem Vorhaben viel Erfolg“, so Vizebürgermeisterin Barbara Schöbi-Fink. „Für das Dorf Tosters wäre das eine sehr wichtige Einrichtung.“ Auch der Präsident der Vorarlberger Apothekerkammer, Jürgen Rehak, hat in der Vergangenheit auf die Notwendigkeit einer Apotheke in Tosters hingewiesen.

Christian Fiel, Mitinitiator der Bürgerbewegung „Apotheke für Tosters“, ist überzeugt: „Ganz Tosters wäre mit dieser Lösung sehr zufrieden.“ Er betont, dass man das Vorhaben tatkräftig unterstützen werde.

Ich glaube, das ist eine Win-win- Situation für alle Seiten.

Ingrid Heller, Pharmazeutin