Rumäne mit falschem Führerschein erwischt

Vorarlberg / 18.08.2016 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine Polizeikontrolle endete für einen Pkw-Lenker mit gefälschtem Führerschein am Landesgericht Feldkirch. Foto: VN/Hofmeister
Eine Polizeikontrolle endete für einen Pkw-Lenker mit gefälschtem Führerschein am Landesgericht Feldkirch. Foto: VN/Hofmeister

Altmodisches Design wurde Autofahrer mit nachgemachter Fahrlizenz zum Verhängnis.

Christiane Eckert

Feldkirch. „Ehrlich, ich habe nicht gewusst, dass das eine Fälschung ist“, behauptet der 31-jährige Rumäne als Angeklagter am Landesgericht Feldkirch. Der mehrfache Vater hatte in Österreich eine Fahrschule aufgesucht und auch ein paar Fahrstunden absolviert. Doch dann gab es offenbar unüberbrückbare Sprachschwierigkeiten, er konnte mit den Unterlagen aufgrund von Leseproblemen wenig anfangen. Der Arbeiter kaufte sich in Serbien ein Haus und war deshalb auch dorthin gereist. Als ihm da ein Unbekannter einen angeblichen Blitzkurs in Sachen Fahrerlaubnis anbot, kam ihm das sehr gelegen.

Blitzkurs auf Parkplatz

Der 30-Jährige suchte einen Arzt auf. Der bestätigte, dass er prinzipiell in der Lage sei, ein Fahrzeug zu lenken. Dann traf der Rumäne den Serben auf einem Parkplatz, man drehte ein paar Runden in einem Fahrzeug und 14 Tage später war der Schein da. Was er bezahlt hat, weiß der Beschuldigte angeblich nicht mehr. „Ich war froh, den Führerschein endlich zu haben“, gibt er zu. Als Ausstellungsdatum ist das Jahr 2015 vermerkt, der Rumäne behauptet allerdings, die kuriose Fahrerlaubnis bereits seit sieben Jahren zu besitzen.

Als der im Unterland wohnende Mann in Hard im Rahmen einer Schwerpunktaktion in eine Kontrolle geriet, kam den Beamten die Sache komisch vor. Die Aufmachung des Führerscheins erinnerte an Lizenzen, die 2002 ausgestellt wurden, laut dem Papier selbst war das Ausstellungsdatum allerdings 2015. Noch dazu handelte es sich angeblich um einen bulgarischen Führerschein.

Auffälliges Verhalten

Die Beamten hatten Zweifel an der Echtheit und fragten ihre Kollegen aus der Kriminaltechnik um Rat. Die Untersuchung ergab, dass es sich um ein unechtes Dokument handelte. Einer der Polizisten wird als Zeuge einvernommen. Er erinnert sich, dass der Lenker sehr gelassen und wenig überrascht wirkte. Jemand, dem offenbart wird, dass er einen gefälschten Führerschein besitzt, reagiert anders, meint jedenfalls der Polizist.

Eine Diversion kommt in dem Fall nicht in Betracht. „Die Schuldeinsicht hält sich in Grenzen. Genau genommen fehlt sie zur Gänze“, macht Richter Günther Höllwarth dem Mann klar, dass er um eine Verurteilung und eine Vorstrafe nicht umhin kommt.

960 Euro sind zu berappen, allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Ehrlich, ich habe nicht gewusst, dass das eine Fälschung ist.

Der Angeklagte