Lange Haft für den Schmuggel von rund einem Kilo Heroin

Vorarlberg / 19.08.2016 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im schweizerischen Goldach bezog der Angeklagte das Heroin gegen bares Geld von einem unbekannten Dealer. Foto: VN
Im schweizerischen Goldach bezog der Angeklagte das Heroin gegen bares Geld von einem unbekannten Dealer. Foto: VN

Dealer brachte Drogen per Zug ins Land, nun muss er knapp fünf Jahre sitzen.

Christiane Eckert

Feldkirch. Am Freitag wurde der 26-jährige Bregenzer am Landesgericht Feldkirch zu „nur“ zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Eine Strafe, die bei einem knappen Kilo Heroin im untersten Bereich angesiedelt ist. Doch dann kommen noch elf Monate Bewährungsstrafe hinzu. Seit Juni sitzt der Mann 18 Monate aus einer anderen Verurteilung ab. Unter dem Strich gibt dies knapp fünf Jahre. Doch die Mengen, mit denen der Heroinsüchtige dealte, sind beachtlich. Richterin Sabrina Tagwercher ließ alle Milderungsgründe einfließen und honorierte auch die Therapiebemühungen des jungen Burschen, doch unter zweieinhalb Jahren war bei harten Drogen nichts zu machen. Das sieht auch der Arbeitslose ein und akzeptiert das Urteil.

Täglich gependelt

Der zehnfach Vorbestrafte hatte bereits mehrmals einen Entzug in Angriff genommen, doch immer wieder scheiterte er und rutschte zurück in den Teufelskreis. Er und sein Komplize pendelten fast täglich in die Schweiz. Entweder man fuhr vom Bahnhof Riedenburg in Bregenz nach St. Margrethen oder mit dem Bus nach Gaißau und von dort aus zu Fuß weiter nach Rheineck. Hauptdrogenumschlagplatz war jedoch Goldach. Eingedeckt hat man sich immer beim selben Dealer. Doch außer, dass dieser ein Serbe oder Albaner gewesen sein soll, wissen die Kunden angeblich nichts von ihm. Die Portionen waren jeweils fünf Gramm, zweieinhalb benötigte der schwer Abhängige täglich für sich selbst.

Bezahlt hat man rund dreißig Euro pro Gramm, verkauft wurde das Heroin um durchschnittlich 80 Euro. Mit dem Geld finanzierte der Arbeitslose seine eigene Sucht. Dabei hatte es nach einer sechsmonatigen stationären Therapie für ihn schon ganz gut ausgesehen. „Ich habe es nicht geschafft“, räumt der sympathisch wirkende Beschuldigte ein.

Handys konfisziert

Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung im Vorkloster wurden sechs Handys beschlagnahmt, fünf davon waren allerdings „sauber“, wurden nicht für Drogenbestellungen verwendet. Die bekommt der junge Mann zurück.