Schwieriger Einsatz in syrischem Kriegsgebiet

Vorarlberg / 19.08.2016 • 19:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das SOS-Kinderdorf verteilt in Aleppo gemeinsam mit lokalen Partnern Wasser, Lebensmittel und auch warme Mahlzeiten. SOS-Kinderdorf
Das SOS-Kinderdorf verteilt in Aleppo gemeinsam mit lokalen Partnern Wasser, Lebensmittel und auch warme Mahlzeiten. SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter leisten trotz desolater Lage Nothilfe in der nordsyrischen Stadt Aleppo.

Dornbirn, Aleppo. Die Lage in der nordsyrischen Stadt Aleppo wird immer bedrohlicher. Bombenangriffe und Kämpfe dauern an. Nahrung und Wasser werden knapp. Der Strom fällt ständig aus. Die noch verfügbaren Lebensmittel sind so teuer geworden, dass sie für viele Menschen unerschwinglich sind. „Die Bewohner von Aleppo leben in bitterer Not und ständiger Angst“, schildert ein SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter, der in regelmäßigem Kontakt mit dem Notfallteam in Aleppo ist. Betroffen seien vor allem Kinder: „Die Angst steht ihnen ins Gesicht geschrieben“, erzählt er. Der Krieg verfolge sie bis in ihre Träume.

„Kind sein dürfen“

Auch unter schwierigsten Umständen leisten SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter dringende Nothilfe im Kriegsgebiet. Sie verteilen sauberes Trinkwasser, Essen, Kleidung, Hygieneartikel, Babynahrung und Windeln und planen zudem die Ausweitung der Maßnahmen: Gemeinsam mit lokalen Partnern vor Ort hat SOS-Kinderdorf mit der Verteilung warmer Mahlzeiten begonnen und wird damit täglich 2500 Familien versorgen.

Da in Aleppo sowohl das SOS-Kinderdorf als auch die „child friendly spaces“ (kinderfreundliche Zonen) geschlossen werden mussten, sollen jetzt etwas außerhalb der Stadt neue eingerichtet werden. Die Organisation SOS-Kinderdorf will damit Kindern einen sicheren Ort bieten, sie mit dem Nötigsten versorgen und ihnen auch unter diesen Umständen ein Stück „Kind sein dürfen“ ermöglichen.

Am internationalen Tag der humanitären Hilfe, am 19. August, wies die Organisation SOS-Kinderdorf auch auf den Bildungsnotstand in Aleppo hin: Von über 4000 Schulen, die es vor Kriegsbeginn in Aleppo gab, seien nur noch 686 übrig, informiert der SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter. „Deshalb wollen wir zwei Schulen in Aleppo sanieren und eine dritte temporäre Schule in der Nähe der Stadt öffnen.“ Oft sei es traurig und kräfteraubend, zu sehen wie viele Menschen alles verloren haben oder aus ihrem Zuhause flüchten mussten, wie verzweifelt und hilflos sie seien, schildert er. Deshalb sei die Arbeit vor Ort besonders herausfordernd. „Aber genau das motiviert auch und lässt uns hart daran arbeiten, Lösungen zu finden, die das Leben der Menschen in Aleppo, vor allem der Kinder, ein wenig besser machen“.

„Die SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter tun alles, um den leidtragenden Menschen, vor allem auch traumatisierten Kindern, zu helfen“, sagt Helmut Kutin (75), Ehrenpräsident von SOS Kinderdorf. „Um diese Hilfe leisten und weiter ausbauen zu können, appellieren wir an alle Konfliktparteien in Syrien, dafür entsprechende Korridore und sichere Rahmenbedingungen zu gewährleisten.“

Die SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter tun alles, um den leidtragenden Menschen in Syrien zu helfen.

Helmut Kutin

Info und Spenden:
www.sos-kinderdorf.at