Auf der Suche nach Investoren

21.08.2016 • 16:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Arno Fricke: „Meine größte Sorge ist die Bürokratisierung.“  Foto: VN
Arno Fricke: „Meine größte Sorge ist die Bürokratisierung.“ Foto: VN

Als Akquisiteur für touristische Betriebsansiedelungen in der Talschaft Montafon unterwegs.

Schwarzach. (ee) „Mein Credo ist es, den Wirtschaftsstandort Montafon mit neuen Projekten nachhaltig zu stärken.“ Das erklärt der ehemalige Geschäftsführer des Montafon Tourismus, Arno Fricke (62), im Gespräch mit den VN. Er ist am 30. April 2013 nach 16 Jahren bei Montafon Tourismus ausgeschieden. Seither ist er als Akquisiteur im Auftrag des Standes Montafon und des Montafon Tourismus auf der Suche nach heimischen und internationalen Investoren für das Tal. Besonders im Auge hat er dabei Hotels und tourismusfreundliche Gewerbebetriebe. Vor sechs Jahren nahmen der Stand Montafon und der Montafon-Tourismus das Tal aus dem touristischen Blickwinkel unter die Lupe und stellten die folgende Frage: „Was braucht das Tal für die touristische Entwicklung?“ Die Ergebnisse wurden in einer 600-seitigen Studie zusammengefasst.

Umsetzung der Studie

Arno Fricke dazu: „Ich habe mich der Umsetzung der Studie angenommen und versuche seither, investitionsfreudige Partner für das Tal zu gewinnen.“ Und weiter: „Bei dieser Tätigkeit kommt mir meine langjährige Erfahrung im Tourismus im In- und Ausland, u. a. für die Österreich Werbung in Berlin, Brüssel, New York und Lech, Gaschurn und Partenen sowie das während dieser Zeit aufgebaute Netzwerk an Kontakten zugute. Online- und Offlineakquisition brauchen viel Präsentationsgeschick, Fingerspitzengefühl und permanentes Nachfassen.“

Qualität und Innovation im Gästebettensegment sollen künftig die Grundlage für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg des Tales bilden. „Daher wird versucht, besonders Leitbetriebe in der gehobenen Hotellerie und tourismusfreundliche Gewerbebetriebe anzuziehen. Sie sollen die Positionierung der Region stärken und Ganzjahresarbeitsplätze schaffen. Branchen wie Bauwirtschaft, Handel, Gewerbe und Infrastrukturanbieter profitieren von neuen Hotelprojekten ebenso wie die Gemeinden, welche die Mehreinnahmen in Infrastrukturprojekte reinvestieren können. Das nützt den Gästen, Gastgebern und allen Montafonern“, betont Frick. Alle interessierten Investoren werden vom „Standortmarketing Montafon“ von der Projektpräsentation bis zur Baugenehmigung unterstützt. Ein Beispiel für ein solches Projekt sind das Chalet Resort Montafon mit 300 Betten in St. Gallenkirch/Galgenul und ein Hotelprojekt mit öffentlichem Hallenbad. Ein weiterer Arbeitsbereich ist die Verwertung von Objekten, die für eine touristische Nutzung nicht mehr infrage kommen, jedoch nach einem Umbau beispielsweise als Mitarbeiterunterkünfte geeignet sind, und die Unterstützung der Betriebsnachfolgen und -übergaben.

Angebotsvielfalt

„Insgesamt kann Vorarlberg bei den Gästen u. a. mit Vielfalt, seiner Kleinheit und damit verbunden geringen Entfernungen zu den touristischen Attraktionen (etwa den Bregenzer Festspielen und der Schubertiade) sowie der Nähe zum Gast durch seine Familienbetriebe punkten“, so Fricke. Seine größte Sorge ist die wachsende Bürokratisierung, die mittlerweile so weit geht, dass sogar potenzielle Investoren abgeschreckt werden.

Zur Person

Arno Fricke

Geboren: 1953 in Schruns

Ausbildung: Volksschule, Matura am Gymnasium Bludenz, vier Semester Höhere Lehranstalt für Tourismus und Freizeitwirtschaft in Schloss Kleßheim/Salzburg

Beruflicher Werdegang: Für die Österreichische Fremdenverkehrswerbung in Berlin, Brüssel, New York, Lech, Gaschurn-Partenen, dann Montafon-Tourismus.

Familie: verheiratet