Medizinische Auskunft bald rund um die Uhr

22.08.2016 • 17:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch der medizinische Beratungsdienst wird über die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) abgewickelt.  Foto: VN/Hofmeister
Auch der medizinische Beratungsdienst wird über die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) abgewickelt. Foto: VN/Hofmeister

Vorbereitungen für die telefon- und webbasierte Gesundheitshotline laufen auf Hochtouren.

Feldkirch. (VN-mm) Als eine von drei Pilotregionen wird Vorarlberg schon Anfang 2017 mit einer telefon- und webbasierten Gesundheitshotline (TEWEB) starten. Der bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch angesiedelte Erstkontakt- und Beratungsservice soll Anrufer zur richtigen ärztlichen Versorgung lotsen. Am Telefon sitzt ausgebildetes Fachpersonal, das mit Hilfe eines österreichweit einheitlichen Schemas anstehende Fragen beantwortet. Unterstützung leistet ein medizinisch-wissenschaftliches Expertensystem in Form einer EDV-Software. Daraus können Empfehlungen für die am besten geeignete Versorgungsmaßnahme abgeleitet und an den Patienten weitergegeben werden. Angekauft wird das System des amerikanischen Softwareerzeugers Priority Dispatch. Als Bestbieter erhielt er jetzt den Zuschlag.

Laut Manfred Brunner, Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK), befindet sich das ausgewählte System bereits in einigen Ländern erfolgreich im Einsatz. Operativ betrieben wird TEWEB durch das Rote Kreuz. Das hat die Landeszielsteuerungskommission in ihrer Sitzung im Mai beschlossen. Durch die Implementierung in der RFL laufen zukünftig die Bereitschaftsdienstnummer 141, die Notrufnummer 144 sowie die neue österreichweite TEWEB-Nummer an einer Stelle zusammen. „Durch TEWEB soll das wesentliche Ziel der Gesundheitsreform, nämlich die Versorgung von Patienten am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und in der bestmöglichen Qualität, umgesetzt werden“, erklärt Manfred Brunner den Zweck der Übung. Gleichzeitig soll die telefonische Beratung eine bessere Patientensteuerung bringen. Studien zeigen nämlich, dass 80 Prozent der Anrufer keine notfallmäßige Konsultation und 35 bis 50 Prozent kurzfristig keine ärztliche Betreuung benötigen. „Das Angebot der medizinischen Telekonsultation kann also auch die Versorgungsstrukturen entlasten“, ist der VGKK-Obmann überzeugt.

Optimale Versorgungsstufe

Der neue Service steht rund um die Uhr 365 Tage im Jahr zur Verfügung. „Er gibt kompetente Auskunft über Dringlichkeit und die optimale Versorgungsstufe. Darauf aufbauend können Verhaltungsempfehlungen gegeben, Versorgungsangebote vermittelt oder aufsuchende Angebote in effizienter Weise in die Wege geleitet werden“, listet Manfred Brunner weitere Vorteile des Systems auf.

TEWEB wird vom Bund, von den Ländern und der Sozialversicherung implementiert sowie betrieben. Für die Pilotländer wurden bis zum Abschluss der Pilotphase (Ende 2018) insgesamt 2,5 Millionen Euro für den laufenden Betrieb budgetiert. In Vorarlberg konnte die Personalsuche wie berichtet bereits erfolgreich abgeschlossen werden. Im Herbst beginnt die praktische und technische Ausbildung.

Das Angebot kann auch die Versorgungsstrukturen entlasten.

Manfred Brunner