Rheindamm wird um sechs Meter breiter

22.08.2016 • 16:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In diesem Bereich in Höchst-Brugg wird der Außendamm etwa sechs Meter breiter, die künftige Breite ist bereits markiert.  Foto: ajk
In diesem Bereich in Höchst-Brugg wird der Außendamm etwa sechs Meter breiter, die künftige Breite ist bereits markiert.  Foto: ajk

Rhein-Außendamm in Höchst wird breiter und stabiler mit neuer Interventionspiste.

fUßach, Höchst. (ajk) Heftige Niederschläge können selbst Steindämme einreißen. Das zeigte sich beim linksseitigen Mittelwuhr des Rheins in Hard auf der Fußacher Seite. Die entstandene Lücke wird geschlossen, sobald der Wasserstand das zulässt.

Die beiden Mittelwuhre aus Kies und großen Felsbrocken sorgen normalerweise dafür, dass der Rhein in seinem schmalen Bett bleibt. Bei Hochwasser hat er zwischen den beiden Außendämmen deutlich mehr Platz. Am 5. August lockerten sich auf Höhe der Ferienhaussiedlung in der Schanz nach heftigen Niederschlägen etliche dieser großen Steine. Daraufhin schwemmte der Rhein Kies und Felsbrocken ins Vorland und riss die Lücke etwa 60 Meter weit auf. „Das hatte keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Außendämme“, beruhigt Mathias Speckle (43), seit dem 1. Juli neuer Vorarlberger Rheinbauleiter. „Die Sanierung der Außendämme ist bis auf zwei Bereiche bei den Wasserwerken von Höchst und Diepoldsau abgeschlossen.“ Auch die Lücke im Mittelwuhr wird geschlossen. Speckle: „Der zuständige Landesflussbauhof nimmt diese Arbeit möglichst bald in Angriff. Derzeit ist es wegen der noch hohen Wasserführung in diesem Bereich nicht so einfach.“

Mittelwuhre kontrolliert

Selbstverständlich werden auch die Mittelwuhre regelmäßig kontrolliert. „Einige kleinere Ausschwemmungen sind noch gefunden und zum Teil bereits wieder geschlossen worden.“ Der Rheinbauleiter weiß, dass bei Umsetzung des Rhesi-Projekts die Steinwälle vermutlich abgetragen werden. „Bis dahin gilt es aber, die im Staatsvertrag zwischen Österreich und der Schweiz festgelegten Aufgaben zu erfüllen.“ Erheblich wichtiger für den Hochwasserschutz ist die Stabilität der Außendämme. Die meisten der kritischen Bereiche sind bereits gesichert. Ab Herbst beginnt die Verbreiterung des Außendammes bei den beiden Wasserwerken von Höchst und Diepoldsau. Bereits im Vorjahr war damit begonnen worden, an den kritischen Bereichen schmale Betonwände einzubringen. „Bei den beiden Wasserwerken bestand aber die Gefahr, dass durch solche Wände die Grundwasserströme behindert werden könnten“, so Speckle. „Der Damm wird deshalb hier stattdessen deutlich verbreitert, um ihn zu stabilisieren.“ In Höchst-Brugg bedeutet das, dass der Außendamm auf 250 Meter Länge etwa sechs Meter breiter wird. „Diese Arbeiten werden im Herbst gestartet. Damit wird eine Störung des Badebetriebs vermieden.“

Neue Interventionspiste

Gleichzeitig baut die Rheinbauleitung in diesem Bereich die Interventionspiste, wie sie bereits zwischen den Rheinbrücken Hard-Fußach und Höchst-Lustenau entlang des Außendammes erstellt worden ist. Diese Servicestraße gewährleistet, dass alle Abschnitte des Damms bei Hochwasser mit schwerem Gerät zugänglich sind.

Die Sanierung der Außendämme ist bis auf zwei Bereiche bei den Wasserwerken fertig.

Mathias Speckle