Sorgsame Begleitung von Mensch zu Mensch

22.08.2016 • 18:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr gut geschult und nehmen sich Zeit für die Menschen, ihre Sorgen und Nöte. Foto: Caritas
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr gut geschult und nehmen sich Zeit für die Menschen, ihre Sorgen und Nöte. Foto: Caritas

Hospiz leistete im vergangenen Jahr 33.000 ehrenamtliche Stunden. Verstärkung gesucht.

Feldkirch. „Wenn ich an die schwierigen Monate des Abschiednehmens von meinem Vater denke, bin ich zwar traurig, aber auch dankbar, dass ich das mit ihm teilen durfte“, sagt Michael Bickel. Im vergangenen Jahr begleitete er gemeinsam mit der Familie und Hospiz Vorarlberg seinen sterbenden Vater auf dessen letztem Weg.

Eine Erfahrung, die der 52-jährige Berufsschullehrer aus Bludenz nicht missen möchte. Inzwischen überlegt er, auch selbst einen Befähigungskurs zum Hospizbegleiter zu absolvieren.

Denn: „Der Umgang mit dem Sterben und das Kennenlernen der Arbeit von Hospiz Vorarlberg war und ist für mich eine sehr wichtige Lebenserfahrung. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung der ehrenamtlichen Hospizbegleiter in dieser schweren Zeit.“

Besondere Gabe

Im Alter von 87 Jahren starb der frühere Lkw- und Busfahrer in einem Pflegeheim im Kreise seiner Familie. „In seinen letzten Wochen hat sich Papa vor allem abends immer unwohl gefühlt, hatte Angst vor dem Alleinsein und davor, vergessen zu werden“, erzählt Michael Bickel. Schließlich stellte ihm das Pflegepersonal die Arbeit der Hospiz vor und schon bald besuchten zwei Hospizbegleiterinnen den demenzkranken Patienten regemäßig am Abend. „Es ist eine Berufung und eine besondere Gabe, sich um alte und sterbende Menschen zu kümmern“, weiß Michael Bickel jetzt.

Bereits seit mehr als 20 Jahren begleitet und berät Hospiz Vorarlberg Menschen mit schweren Erkrankungen, Angehörige oder Trauernde. „Dabei spielen weder Alter, Geschlecht noch Religion eine Rolle. Was zählt, ist der Mensch, und gerade am Ende des Lebens sollte dieser Mensch bestmöglich aufgehoben sein, medizinisch und menschlich“, sagt Karl Bitschnau, Leiter von Hospiz Vorarlberg.

So hat es sich die Organisation zur Aufgabe gemacht, Ansprechpartner für alle zu sein, die sich mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzen müssen. Zusätzlich unterstützt das mobile Palliativteam niedergelassene Ärzte, die Hauskrankenpflege und Pflegeheime bei der Betreuung ihrer Patienten.

33.000 Einsatzstunden

Hospizbegleitung ist Begleitung von Mensch zu Mensch. Im vergangenen Jahr standen dafür 212 Frauen und Männer zur Verfügung und leisteten über 33.000 ehrenamtliche Stunden. Die Hospiz-Einsätze werden von erfahrenen Fachkräften aus dem Gesundheits- und Sozialbereich geplant und koordiniert. Jetzt sucht das Team wieder Verstärkung. Im Herbst beginnt in St. Arbogst der nächste Befähigungskurs. 

Ich bin dankbar für die Unterstützung in der schweren Zeit.

Michael Bickel 

Nähere Informationen unter
Tel. 05522/200-1100,
E-Mail: hospiz@caritas.at