Ein Nachtportier mit Fleischeslust

Vorarlberg / 23.08.2016 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Portier bediente sich aus dem Kühllager des Betriebs, bis eine Überwachungskamera installiert wurde.
Der Portier bediente sich aus dem Kühllager des Betriebs, bis eine Überwachungskamera installiert wurde.

41-Jähriger missbrauchte Generalschlüssel und schädigte Hotel um rund 4500 Euro.

Feldkirch. (ec) Eigentlich hat er einen Handwerksberuf erlernt, doch dann arbeitete er lieber in der Gastronomie. Vergangenes Jahr verdiente er in einem Unterländer Hotel sein Geld, als Nachtportier sollte er in dem Betrieb nach dem Rechten sehen. Schulden in der Höhe von rund 60.000 Euro, Strafen und Alimente sorgten für eine angespannte finanzielle Situation. „Ich war so unter Druck, die Gläubiger drängten, Strafen mussten bezahlt werden, deshalb hab ich angefangen zu stehlen, obwohl ich eine Superchefin hatte“, erzählt der Saisonier. Auch jetzt arbeitet er in einem Gastronomiebetrieb und versucht so, seine Schulden langsam abzustottern. Inzwischen ist er im Privatkonkurs.

Lager überwacht

Aufgefallen ist der Schwindel, weil der Betrieb ausreichend Vorräte einkaufte, im Gasthof aber trotzdem der Warenbestand immer knapper wurde. Sicherheitshalber montierte man eine Kamera und siehe da: Der Portier war der Übeltäter. Zunächst leugnete er, dann räumte er ein, lediglich für sich selbst Fleisch mitgenommen zu haben. Nach und nach gestand er, insgesamt 200 Kilo Fleisch, fünf Kilo Käse und sechs Plastikboxen abgezweigt zu haben. Rund 30 Kilo Fleisch aß der Mann in den fünf Monaten selbst, den Rest verkaufte er an mehrere Abnehmer. Das Geld verwendete er, um seine Schulden abzuzahlen.

Da der Fleischdieb unbescholten ist, bot ihm die Staatsanwaltschaft eine Diversion, also eine Bezahlung einer Geldbuße gegen Verfahrenseinstellung an.

Nicht zahlungsfähig

Doch der Saisonier konnte die Raten, die lediglich auf ein halbes Jahr verteilt werden können, nicht bezahlen, so landete er doch noch auf der Anklagebank. Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls muss der Unterländer nun 720 Euro bezahlen, ebenso viel wurde auf Bewährung ausgesprochen. Mit dem Hotel muss er nun vereinbaren, wie er den Restschaden von 4180 Euro wiedergutmachen kann. Ein Teil des Fleisches konnte noch im Tiefkühlfach des Angeklagten sichergestellt werden. Die Ware wurde dem Gastronomiebetrieb zurück gegeben.

Die Bestohlenen haben mit dem gerichtlichen Zuspruch nun 30 Jahre Zeit, ihr Geld aufgrund dieses unkomplizierten Exekutionstitels zurückzufordern.