Mit Ellipsen gegen die Gefahr in den Kurven

Vorarlberg / 25.08.2016 • 22:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ellipsenförmige Markierungen (oben links) sollen die Gefahr in den Kurven entschärfen. Foto: VN
Ellipsenförmige Markierungen (oben links) sollen die Gefahr in den Kurven entschärfen. Foto: VN

Neue Bodenmarkierungen auf den Straßen sollen Sicherheit der Biker erhöhen.

Schwarzach. (VN-gs) Seit vergangenem Montag sind auf den derzeit stark frequentierten Motorradstrecken Vorarlbergs nicht nur die Biker unterwegs. Auch Verkehrssachverständige des Landes interessieren sich diese Woche ganz speziell für das, was den Spaß auf den heißen Öfen besonders ausmacht: die scharfen Kurven vor den Kulissen des herrlichen Hochgebirges. Denn gerade sie sind die „hotspots“ unter den Gefahrenstellen, die die Experten in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) aktuell unter die Lupe nehmen.

Unfallhäufungsstellen sollen geortet und ausgewertet werden. „Die Faschinastraße nach Damüls und die Hochtannbergstraße haben sich bisher als die gefährlichsten Motorradstrecken herausgestellt“, resümiert Martin Pfanner vom KfV-Vorarlberg gegenüber den VN. Bereits vor zwei Jahren ist eine ähnliche Untersuchung der Gefahrenstrecken speziell für Motorradfahrer vorgenommen worden. „Ereignen sich innerhalb von drei Jahren drei gleichartige Unfälle an neu­ralgischen Punkten, heißt das für uns Handlungsbedarf“, so Pfanner.

Pilotprojekt

Eine neue Möglichkeit im Sinne eines solchen Handlungsbedarfs wird derzeit gerade im Rahmen eines Pilotprojekts in Kärnten, Niederösterreich und im Burgenland einer realen Testphase unterzogen. Es geht um spezielle Bodenmarkierungen. Solche, wie sie noch nie auf den Straßen zu sehen waren. Es sind Ellipsen entlang der Mittellinie. Ihren Sinn erklärt Klaus Robatsch, Forschungsleiter des KfV: „Die Ellipsen leiten Motorradlenker von der gefährlichen Kurvenlinie weg. Beobachtungen in Kärnten zeigten, dass der Großteil der Motorradfahrer die neue Fahrlinie eingehalten hat.“

Eine Studie aus dem Vorjahr habe nämlich gezeigt, dass 95 Prozent der Biker beim Durchfahren einer unübersichtlichen Linkskurve eine zu enge Kurvenlinie wählen und dadurch lebensgefährliche Kollisionen mit entgegenkommenden Fahrzeugen riskieren. Allein 2015 starben bundesweit 83 Menschen bei Motorradunfällen, mehr als 4100 Biker wurden zum Teil schwer verletzt. Die neuen Bodenmarkierungen sollen das Kurvenverhalten zukünftig sicherer machen und die Zahl der Unfälle senken. „Bei Erfolg wird das Projekt auch in Vorarlberg umgesetzt“, sagt dazu Martin Pfanner.

Bei Erfolg wird das Projekt auch in Vorarlberg umgesetzt.

Martin Pfanner, KfV Vorarlberg