Burgdach kam mit dem Hubschrauber geflogen

26.08.2016 • 19:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vier Stahlkonstruktionen für das Dach der Tostner Burg wurden auf den Bergfried geflogen.  Foto: VN/Hartinger
Vier Stahlkonstruktionen für das Dach der Tostner Burg wurden auf den Bergfried geflogen.  Foto: VN/Hartinger

Dachkonstruktion wird die Tostner Burg künftig vor Nässe schützen.

Feldkirch. (VN-doh) Rund ein Dutzend Schaulustige und Mitglieder des Heimatpflege- und Museumsvereins Feldkirch ließen sich den spektakulären Hubschrauber­einsatz in St. Corneli in Feldkirch nicht entgehen: Vier Stahlkonstruktionen wurden gestern auf den Bergfried der Tostner Burg geflogen. Sie bieten den Unterbau für die Dachkonstruktion auf der Burg. „In den nächsten Wochen können wir das Notdach soweit fertigstellen, dass das Innere des Turms endlich trockengelegt werden kann“, erklärt Manfred A. Getzner, Obmann des Museumsvereins. Durch die Nässe seien regelmäßig umfangreiche Sanierungen notwendig gewesen. 110.000 Euro wurden heuer in die Sanierung investiert. Unterstützung für den Verein gibt es seitens des Landes und des Bundesdenkmalamts im Rahmen der Burgenaktion. Mit der Überdachung kann das Innere des Turms nun dauerhaft erhalten werden.

Aussichtsplattform

Der Verein schmiedet aber bereits weitere Pläne, denn das Notdach sei nur eine Übergangslösung. Ziel ist es auf dem Bergfried eine Aussichtsplattform zu schaffen. Wann diese realisiert werden kann, ist noch offen, kommen dadurch doch Kosten von mehreren Hunderttausend Euro auf den Verein zu. Der Obmann zeigt sich aber zuversichtlich, die Pläne in den nächsten Jahren umsetzen zu können.

Aber auch die vergangenen Jahre waren für den Museumsverein sehr ereignisreich. Wie berichtet, wurden im Sommer 2014 und 2015 bauhistorische und archäologische Untersuchungen durchgeführt. Entgegen früheren Annahmen wurde die Tostner Burg um eine Generation später als die Schattenburg errichtet. Während der Turmsockel im Erdgeschoß bis zum dritten Obergeschoß des Bergfrieds in den Jahren von 1291 bis 1296 erbaut wurde, erfolgte die Aufstockung des 4., 5. und 6. Obergeschoßes erst um das Jahr 1318.

Die größten Überraschungen brachten allerdings die archäologischen Ausgrabungen im Inneren des Bergfrieds zutage. Verschiedene Funde zeigen, dass das Plateau der Tostner Burg schon seit dem 3. bis 4. Jahrtausend v. Chr. besiedelt war.

Seit 1935 ist die Tostner Burg im Besitz des Heimatpflege- und Museumsvereins Feldkirch.