Ausgaben für die Pflege machen schwer zu schaffen

29.08.2016 • 18:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Vorarlberg betragen die Pflege- und Betreuungsausgaben 322 Euro pro Kopf und Jahr, in Wien doppelt so viel.  Foto: APA
In Vorarlberg betragen die Pflege- und Betreuungsausgaben 322 Euro pro Kopf und Jahr, in Wien doppelt so viel. Foto: APA

Vorarlberg kommt im Bundesländervergleich aber noch relativ gut davon.

Schwarzach. (joh) Für Pflege- und Betreuungsdienste müssen in Österreich bereits 3,3 Milliarden Euro aufgewendet werden. Tendenz: weiter steigend. Laut einer Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO könnten sich die Gesamtkosten gemessen am Bruttoinlandsprodukt bis 2060 beinahe verdoppeln. Die Bewältigung ist denn auch eines der großen Themen bei den Finanzausgleichsverhandlungen im Herbst; Bund, Länder und Gemeinden ringen dort um eine neue Verteilung der Steuergelder.

Ein Blick in die Daten, die die Statistik Austria führt, zeigt, dass die Pflege- und Betreuungskosten in den Bundesländern extrem unterschiedlich sind: Durchschnittlich betrugen sie 2014 immerhin 388 Euro pro Bürger. In Salzburg waren sie mit 250 Euro am niedrigsten und in Wien mit 669 Euro am höchsten. Vorarlberg lag mit 322 Euro deutlich unter dem Durchschnitt. Einen guten Teil der Pflege- und Betreuungsausgaben bekommen die Länder und Gemeinden zumindest abgegolten. Vor allem nach Beiträgen, die den betreuten Personen abverlangt werden, müssen die Gebietskörperschaften letzten Endes „nur“ rund 55 Prozent der Gesamtkosten tragen.

Bevölkerungsstruktur

Entscheidend für die Höhe dieser Gesamtkosten sind viele Faktoren. Wenn man weit ausholen möchte, dann kann man bei der Bevölkerungsstruktur beginnen: Wo mehr Ältere leben, gibt es mehr Männer und Frauen, die auf Pflege und Betreuung angewiesen sind. Wo sie noch dazu alleine wohnen, brauchen sie eher außerfamiliäre Unterstützung.

Gemessen an der Gesamtbevölkerung war der Anteil der Personen, die 2014 eine solche in Anspruch nehmen mussten, mit 2,6 Prozent im Burgenland am kleinsten; das erklärt schon ein Stück weit, warum die Kosten dort relativ niedrig waren. Vorarlberg lag mit 3,5 Prozent etwas unter dem gesamtösterreichischen Durchschnittswert (3,8 Prozent), Wien dagegen mit 5,4 Prozent weit darüber – daher waren dort auch die Kosten am höchsten.

Entscheidend ist darüber hinaus allerdings auch noch, wie die Pflege und Betreuung organisiert ist. In der Steiermark ist etwa der Anteil der Frauen und Männer, die in einem Heim untergebracht sind, mit einem Drittel aller Betreuten extrem hoch. In Vorarlberg macht er (mit rund 17 Prozent) nur die Hälfte davon aus. Und das ist zumindest finanziell gesehen gut so; stationäre Pflege und Betreuung ist nämlich um ein Vielfaches teurer als mobile.