Wanderer durch Blitz verletzt

29.08.2016 • 20:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Unwetter mit Blitzschlag sind vor allem im Gebirge ein potenzielles Risiko für Wanderer. Foto: VN
Unwetter mit Blitzschlag sind vor allem im Gebirge ein potenzielles Risiko für Wanderer. Foto: VN

Zwei deutsche Bergtouristen wurden in Lech zu den seltenen Opfern einer Naturgewalt.

Lech. (VN-gs) Es geschah am Montag um exakt 9.24 Uhr: Die 20-jährige deutsche Wanderin und ihr 46-jähriger Landsmann befanden sich gerade beim Abstieg von der Göppinger Hütte am Gamsboden-Joch im Gemeindegebiet von Lech, als in ihrer unmittelbaren Nähe ein Blitz einschlug. Die beiden Bergwanderer, die getrennt unterwegs waren, wurden zwar nicht direkt von dem Blitz erfasst, doch durch seine Auswirkungen verletzt.

Gefühlsstörungen

Sie erlitten zwar keine Verbrennungen, doch Gefühlsstörungen. In der Nähe der Deutschen befand sich noch eine Gruppe von zehn weiteren Wanderern. Einer der Bergtouristen, ein 49-jähriger Wanderer, beobachtete das Geschehen aus nächster Nähe und griff zu seinem Handy. Damit schlug er Alarm und verständigte per Notruf die Einsatzkräfte. Die beiden Verletzten wurden mit dem ÖAMTC-Hubschrauber C 8 zum Landeskrankenhaus nach Bludenz geflogen und dort über Nacht zur Beobachtung stationär aufgenommen. Im Bergungseinsatz waren neben dem Notarzthubschrauber 14 Mann der Bergrettung Lech und die Polizei.

Gefahr im Gebirge

Gewitter sind ganz besonders in der heißen Jahreszeit eine häufige Erscheinung und können für Bergwanderer ein großes Risiko sein. Die größte Gefahr stellen laut Experten Gewitter oberhalb der Baumgrenze dar. „Sobald die ersten Anzeichen wie etwa Schwüle und Quellwolken oder Donnergrollen feststellbar sind, sollte man schnell umkehren oder die nächstgelegene Schutzhütte ansteuern und den Gipfelsieg verschieben“, rät der Bergexperte Horst Grabher.

Verhaltenstipps bei Blitzgefahr

» Nicht in Panik fliehen, sondern Ruhe bewahren, sonst droht Absturzgefahr.

» Gipfel, ausgesetzte Grate, nasse Rinnen, eisengesicherte Steiganlagen und Klettersteige so rasch wie möglich verlassen und Einzelbäume meiden.

» Im Ernstfall mit angezogenen Beinen auf eine isolierende Unterlage sitzen.

» Personengruppen – jeder einzeln sitzen oder mit geschlossenen Beinen stehen, sich auf keinen Fall gegenseitig berühren.

» Auch den Waldrand möglichst meiden, besser im Wald das Gewitter abwarten.

» Höhlen und Grotten sind nur dann sicher, wenn sie genügend Rücken- und Kopffreiheit sowie ausreichend Abstand von der Außenkante bieten.