Vorarlberg soll Kopenhagen werden

Vorarlberg / 30.08.2016 • 19:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Anna Schwerzler ist die neue Radkoordinatorin des Landes.
Anna Schwerzler ist die neue Radkoordinatorin des Landes.

Radkoordinatorin Anna Schwerzler soll die Bevölkerung auf den Fahrradsattel bringen.

Bregenz. (VN-mip) Freddy Mercury besang einst das „Bicycle“, Albert Einstein soll seine Relativitätstheorie auf einem Fahrrad eingefallen sein. „Nimm ein Hochrad. Du wirst es nicht bereuen, falls du es überlebst“, lautet der Schlusssatz eines Essays von Mark Twain. Das Fahrrad beflügelt schon lange die Fantasie der Menschen. Geht es nach der Vorarlberger Landesregierung, soll auch die Bevölkerung diese Leidenschaft packen. Am Dienstag stellten Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (Grüne) eine neue Radkoordinatorin vor. Die Feldkircherin Anna Schwerzler soll dafür sorgen, dass Radwege ausgebaut werden, Gemeinden zusammenarbeiten und Vorarlberg eine Fahrradkultur entwickelt.

15 Prozent aller Vorarlberger benützen im Alltag ihr Fahrrad. „Damit gehören wir in Österreich zu den Vorreitern, wir wollen aber auf 20 Prozent“, berichtet Landeshauptmann Wallner. Landesrat Rauch ergänzt: „15 Prozent sind gut, im Österreich-Vergleich sogar sehr gut. Aber 15 Prozent sind bei Weitem nicht gut genug.“ Er wolle in Vorarlberg eine Fahrradkultur etablieren, wie er sie in Amsterdam und Kopenhagen gesehen habe. Dazu brauche es die nötige Infrastruktur: ein geschlossenes Radwegenetz, mehr Abstellflächen, radfreundliche öffentliche Verkehrsmittel, mehr Ladestationen. „Jedes fünfte verkaufte Fahrrad ist mittlerweile ein E-Bike“, führt Rauch aus. Die Unterländer Kommunen hätten in einer gemeinsamen Petition um Unterstützung in dieser Frage angesucht. „Das machen wir gerne“, sagt Rauch. Dafür wurde Anna Schwerzler ins Boot geholt. Sie soll die Radverkehrsstrategie weiterentwickeln, die Zusammenarbeit von Land und Gemeinden koordinieren und Lücken im Radwegenetz schließen.

Schwerzler zog es nach der Matura 2001 in Feldkirch nach Innsbruck. Nach dem Studium blieb sie in Tirol und war zuletzt acht Jahre Geschäftsführerin des Klimabündnisses. „Das Fahrrad ist das effizienteste Fortbewegungsmittel, das es gibt. Es ist gesund, fördert die Wirtschaft, und meistens macht es Spaß“, schwärmt Schwerzler und fährt fort: „Wir brauchen eine positive Stimmung. Radfahren soll etwas Trendiges, etwas Hippes sein. Mobilität beginnt im Kopf, bei der Entscheidung: Welches Verkehrsmittel nehme ich heute?“ Dazu müsse Radfahren so bequem wie möglich sein, was wiederum mit den Radwegen zusammenhänge.

Schon Einstein war sich bewusst: „Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muss sich vorwärtsbewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.“

Radzählstellen

An sechs Orten im Land wurde im August 2015 und im August 2016 der Radverkehr gemessen. Ein Vergleich August 2015/August2016:

» Hard, Bregenzerwach – Radweg­brücke bei L 202: 21.889/24.365

» Hard, Bregenzerach – Radweg­brücke bei Münding: 84.720/91.694

» Lauterach, Bregenzerach – Radwegbrücke bei L 190: 19.468/30.037

» Wolfurt, Radwegbrücke über L 3: 24.390/26.666

» Lorüns, Alfenz-Radwegbrücke bei Mündung: 11.034/14.152

» Andelsbuch, Radweg bei KV Bersbuch: 8167/9243