Aufstand der Zwerge

31.08.2016 • 19:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Es ist schon mühsam für einen roten Parteiführer, sich in unserem Ländle Gehör zu verschaffen. Das hat schon der ehemalige Obmann aus Hohenems mit roten Boxhandschuhen im Wahlkampf versucht und fand sich sehr schnell in einer verkleinerten Landtagsriege wieder. Seine internen Fans dezimierten sich mit ihm. Dem Historiker folgte ein Lehrer, der sein Match gegen den Landesvater trotz flächendeckender Plakatierung mit seinem Konterfei an jedem Lichtmasten eindeutig verloren geben musste.

Nach zwei Schrumpfungen durfte, oder besser gesagt musste die Tochter des ehemals sehr erfolgreichen Bregenzer Bürgermeisters versuchen die desaströse Partei-Situation zu retten. Wieder mit sehr bescheidenem Erfolg, aber immerhin. Das konnte der Möchtegern-Bürgermeister von Bregenz nicht mehr länger mit ansehen. Die Frau musste den Stuhl und das Landtagsmandat räumen. Er fühlte sich in einer geradezu euphorischen Position. Aufgeplustert mit seinem Ergebnis im Bregenzer Wahlkampf. Und ja, das Ergebnis ging noch tiefer. Nun versuchte er es gar international. Auch amerikanische Zeitungen berichteten über die rot bemützten „Zwerge“, die sich überall im Ländle zur erneuten Wahl stellten. Welche Überraschung. Seine Landtagsmandate schrumpften unter die 10-Prozent-Marke auf eine wahrlich zwergenhafte Größe. Jetzt war er auf Augenhöhe mit dem Spannteppich im Vorraum zum Landtagssaal.

Was tun? Das Dasein in der einstelligen Bedeutungslo-sigkeit tut am ganzen Körper weh. Da entpuppten sich die medialen Berichte zu den „Panama Papers“ der Landesbank, weit vor meiner Berufung in den Aufsichtsrat im Jahr 2014, als vermeintlicher Glücksfall. Der erste und zweite rote Zwerg von links forderten den ersten Untersuchungsausschuss im Landtag. Der Chef-Zwerg stieg, wie Phönix aus der Asche, über seinen Teppichrand und wurde gleichzeitig Kläger (Antragsteller) und Richter (Vorsitzender des Ausschusses).

Er fühlte sich juristisch in der Lage, die Bank gesetzeswidrig als Teil der Landesverwaltung einzustufen und zur Offenlegung ihrer Geschäfte zu zwingen. Die Beratungs-firmen (FMA und PWC) aber arbeiten schon längst an einem gemeinsamen Bericht. Im Gegensatz zum Ausschuss haben diese aber auch das Recht auf komplette Einsicht in die Bank. Diesen abzuwarten, würde auch Schneewittchen empfehlen.

Der Chef-Zwerg stieg, wie Phönix aus der Asche, über seinen Teppichrand und wurde gleichzeitig Kläger (Antragsteller) und Richter (Vorsitzender des Ausschusses).

fritz.amann@vorarlbergernachrichten.at
Fritz Amann ist Unternehmer und ehemaliger FPÖ-Politiker