Ein Abschied nicht ohne Bitterkeit

Vorarlberg / 31.08.2016 • 20:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ende eines langen
Konflikts mit der
Obrigkeit: Pfarrer
Reinhard Himmer nimmt seinen Hut.

Dornbirn. (ha) Weil sich Reinhard Himmer mit der neuen Organisation des Seelsorgeraumes Dornbirn nicht identifizieren konnte oder wollte und sich mit Kritik nicht zurückhielt, wurde ihm letztes Jahr von der Obrigkeit nahegelegt, als Pfarrer im Schoren und im Oberdorf zurückzutreten. Am vergangenen Sonntag verabschiedete sich der beliebte Seelsorger von seinen Schäfchen, die er 16 Jahre lang betreut hatte. Nicht nur dem 60-Jährigen fällt der Abschied schwer, auch seine Pfarrgemeinde lässt ihn nur sehr ungern ziehen. Dass er den Hut nehmen musste, weil er seine eigenen Vorstellungen über die Arbeit eines Pfarrers hatte und dies auch deutlich kundtat, kann die Pfarrgemeinde bis heute nicht verstehen. Himmer selbst war in seiner Abschiedspredigt in der vollbesetzten Pfarrkirche Bruder Klaus um versöhnliche Töne bemüht.

Auf eine kritische Bemerkung verzichtete er allerdings nicht: „Es ist ein Armutszeugnis, dass für kritische Stimmen im Seelsorgeraum offenbar kein Platz ist. Ich wünsche dem Team des Seelsorgeraumes Dornbirn und meinem Nachfolger Dominik Toplek, dass es gelingt, was im vergangenen Jahr an Missmut, Wut und Resignation entstanden ist, wenigstens teilweise aufzufangen“, hofft Himmer, dass sich die Wogen bald glätten.

Himmer hat seine Aufgabe als Seelsorger immer sehr ernst genommen. Das zeigt auch eine Bilanz, die er zum Abschied vorlegte: In diesen 16 Jahren machte er über 6000 Haus- und Krankenbesuche, auch auf seine 1300 Bibelstunden und Vorträge ist er stolz.

Reinhard Himmer wird weiterhin in Vorarlberg als Priester arbeiten. Demnächst tritt er das Amt des zweiten Seelsorgers in Lauterach an. Daneben betreut er auch die Pfarre Kennelbach.

Es ist ein Armutszeugnis, dass für kritische Stimmen offenbar kein Platz ist.

Reinhard Himmer