25 Millionen für mehr Effizienz

Vorarlberg / 06.09.2016 • 21:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

ÖBB wälzen große Pläne für Kraftwerk im Klostertal und gehen die Modernisierung an.

Dalaas, Innsbruck. Knapp 91 Jahre ist es her, seit die Bundesbahnen in der zu Dalaas zählenden Parzelle Wald am Arlberg die Turbinen eines Wasserkraftwerks anwarfen und in Eigenregie produzierten Strom ins Bahnnetz einspeisten. Das Wasser für die Turbinen wird dem Kraftwerk seit Jahrzehnten über Druckrohrleitungen aus dem Spullersee-Stausee zugeführt. Der Zahn der Zeit ging freilich nicht spurlos an den Anlagen vorüber: Sowohl an den Turbinen als auch an den talwärts führenden Rohren mussten über all die Jahre zum Teil hohe Summen für die Instandhaltung in die Hand genommen werden.

Zwei Druckrohre stillgelegt

Die altersbedingte Abnutzung bekam der Bahnbetreiber vor allem im Bereich der Leitungen vom Spullersee zu spüren: Den Sicherheitsauflagen der zuständigen Behörden entsprechend, mussten 2013 zwei der drei Druckrohre nach rund 80 Jahren stillgelegt werden. Noch hat die dritte Röhre das Ende ihrer technischen Lebensdauer nicht erreicht. Über sie erfolgt derzeit eine optimierte Einsatzsteuerung der Maschinensätze.

Vor diesem Hintergrund sind die Absichten der Bahn zu sehen, die jetzt die Planung für die Modernisierung des Bestandes beschlossen hat. Die exakte Höhe der Gesamtinvestition steht derzeit noch nicht fest, Planer beziffern die Kosten intern aber bereits jetzt mit rund 25 Millionen Euro.

Druckrohre bald Geschichte

In den nächsten zwei Jahren soll ein Projektteam gemeinsam mit Technikern und Ökologen in Abstimmung mit Behörden und Sachverständigen ein Einreichprojekt ausarbeiten. Rein optisch soll sich im Bereich des Kraftwerks vor allem eines ändern: Die drei seit mehr als 90 Jahren sichtbaren Rohre werden verschwinden und durch eine unterirdisch geführte Röhre ersetzt. Auch das derzeitige Einlaufwerk beim Spullersee sowie der Anschluss an die Verteilrohrleitung im Krafthaus werden erneuert.

Verlustminimierung angepeilt

„Bei dieser Investition geht es darum, die Anlagen für die Zukunft fit zu machen“, bestätigt Rene Zumtobel (45) als Pressesprecher der Bahn die Großinvestition. Der große Nutzen des Projekts sei die vollständige Wiedernutzung des vorhandenen Wasserkraftpotenzials der bestehenden Kraftwerksanlage bei gleichzeitiger Steigerung der Energieeffizienz durch Verlustminimierung.

„Umsetzung ist 2019 denkbar“

Für Zumtobel ist nach der nun im Bahnmanagement beschlossenen Planungsphase 2019 eine Umsetzung denkbar. Nach der Modernisierung stünden der Bahn im Klostertal wieder eine an den Stand der Technik angepasste Kraftwerksanlage in vollem Umfang zur Verfügung, erklärt Zumtobel. Die Bahn bekennt sich bekanntlich zur Erzeugung von Bahnstrom mit heimischer Wasserkraft und zur eigenständigen Versorgung durch bahneigenen Strom. Exakt 92 Prozent des für den Bahnbetrieb nötigen Stroms stammen laut Zumtobel aus erneuerbaren Energieträgern, zu 90 Prozent aus Wasserkraft; rund ein Drittel davon wird in ÖBB-eigenen Kraftwerken erzeugt.

Wir wollen das Optimum aus dem Kraftwerk herausholen.

Rene Zumtobel, ÖBB-Sprecher