Alpwirtschaft im Land bleibt unverzichtbar

Vorarlberg / 12.09.2016 • 15:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf der Alpe Untere Spora schauten LR Erich Schwärzler und LH Markus Wallner bei Alpobmann Ludwig Kieber, Alpmeister Markus Netzer sowie Senn Hubert Fleisch und Beisenn Florian Battlogg vorbei. Foto: Serra
Auf der Alpe Untere Spora schauten LR Erich Schwärzler und LH Markus Wallner bei Alpobmann Ludwig Kieber, Alpmeister Markus Netzer sowie Senn Hubert Fleisch und Beisenn Florian Battlogg vorbei. Foto: Serra

Traditionelle Alpexkursion führte Landesregierung heuer ins Montafon.

Tschagguns. Die traditionelle Alpexkursion führte die Landesregierung kürzlich ins Montafon. Ausgehend vom Berghof Golm ging es zur Oberen Latschätzalpe, danach zur Lindauer Hütte und von dort aus weiter zur Alpe Untere Spora und nach Latschau. Im Gespräch mit den Alpverantwortlichen unterstrichen Landeshauptmann Markus Wallner und Agrarlandesrat Erich Schwärzler den hohen Wert einer intakten Alp­wirtschaft. „Eine funktionierende Alpwirtschaft ist für Vorarlberg unverzichtbar“, bekräftigte Wallner. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche (53.000 Hektar) wird in Vorarlberg alpwirtschaftlich genutzt. Diese Zahl macht die große Bedeutung sichtbar, die die Alpwirtschaft für das Land hat. Die Bewirtschaftung der höchsten Gebiete diene nicht nur dem Erhalt der heimischen Berglandschaft und der Produktion regionstypischer Alpprodukte wie dem Sura Kees, sie spiele auch eine große Rolle im Tourismus, trage zur kulturellen Identität Vorarlbergs bei und steigere die Attraktivität des ländlichen Raumes, führte Landesrat Schwärzler bei der Wanderung aus.

Nach einer Fahrt mit der Golmerbahn ab Latschau wurden die Regierungsmitglieder im Berghof Golm begrüßt. Nach aufschlussreichen Informationen über die Alpwirtschaft durch Alpbewirtschafter Dietmar Bitschnau (135 Hektar Weidefläche, 147 Rinder) ging es von dort aus weiter zur Oberen Latschätzalpe (80 Hektar Weidefläche, 39 Kühe, 25 Rinder, 30 Pferde, acht Schweine und 20 Hühner), die von Alpobmann Emanuel Bahl und Alpmeister Franz Jenny vorgestellt wurde und von den Sennern Dietmar Salzgeber und Kathrin Häusler sowie der Praktikantin Anna und den Pfistern Viktor und Elias bewirtschaftet wird. Die nächste Station auf dem Weg war die Lindauer Hütte, wo Illwerke-Vorstand Christoph Germann energiewirtschaftliche Aspekte zur Sprache brachte.

Alptour im Montafon

Anschließend besuchten die Regierungsmitglieder die Alpe Untere Spora (274 Hektar Weidefläche, 70 Milchkühe, 143 Mutterkühe und Kälber, 68 Rinder, neun Pferde und 21 Schweine), geführt von Alpobmann Ludwig Kieber und Alpmeister Markus Netzer sowie bewirtschaftet von Senner Hubert Fleisch, Beisenn Florian Battlogg, Küher Martin Neuhauser, Hirte Stefan Wehinger und den Pfistern Aurel und Irka. Mit einer Wanderung über das Gauertal zurück nach Latschau fand die Exkursion ihren Abschluss.

Daten und Fakten

In Vorarlberg verbringen rund 42.000 Tiere (26.860 Rinder, 8860 Milchkühe, 4510 Schafe, 1290 Ziegen und 987 Pferde) den Sommer auf einer der 512 bewirtschafteten Alpen. An die 1000 Älpler, Senner sowie Helfer sind landesweit im Einsatz. Für etwa zwei Drittel aller Vorarlberger Bauernfamilien ist die Alpwirtschaft eine unverzichtbare Existenzgrundlage. Mit der Landwirtschaftsstrategie 2020 „Ökoland Vorarlberg – regional und fair“ bekennt sich das Land zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Alpwirtschaft. Jährlich werden Fördermittel in der Höhe von rund sechs Millionen Euro ausbezahlt, davon kommen rund 3,6 Millionen Euro aus Landes­mitteln. Dieser Zuschuss dient dazu, die gesellschaftlich wichtigen Leistungen der Alpverantwortlichen abzugelten sowie den ländlichen Raum nachhaltig zu stärken.