Der Mühlbach wird vom Betonufer befreit

Vorarlberg / 19.09.2016 • 16:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf dem 130 Meter langen Abschnitt wurde der Betonkanal des Mühlbachs bereits entfernt.  Foto: doh
Auf dem 130 Meter langen Abschnitt wurde der Betonkanal des Mühlbachs bereits entfernt. Foto: doh

Rankweil gestaltet naturnahes Bett für alten Kraftwerkskanal. 

Rankweil. (VN-doh) Noch heute dient die Wasserkraft des Mühlbachs als Energielieferant. Die ältesten Informationen über die Nutzung der Wasserkraft des Mühlbachs reichen bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts zurück. Der Bach ist ursprünglich aus einem Nebengerinne der Frutz entstanden. Mühlen, Sägen und Schmieden, aber auch eine Baumwollspinnerei, eine Papier- und eine Leimfarbenfabrik säumten sein Ufer. Bereits im Jahre 1897 konnte in Rankweil durch den Mühlbach Strom erzeugt werden. 1928 zählte man rund 22 Wasserkraftwerke. Heute sind noch zehn in Betrieb. Eines der stillgelegten Kraftwerke liegt bei der ehemaligen Nudelfabrik Scheidbach. Dort stehen die Turbinen seit Längerem still. Wie Bürgermeister Martin Summer erklärt, habe es nun einen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch gegeben, durch den der Betreiber verpflichtet wird, den Mühlbach in diesem Abschnitt zu sanieren. Rund 70.000 Euro sollten diese Arbeiten kosten.

In der Marktgemeinde hat man nun aber geplant, diese 70.000 Euro anderes einzusetzen. Wie jedes Jahr wird derzeit der sogenannte „Mühlbachabschlag“ durchgeführt. Für eine Woche wird das Wasser für Reinigungs- und Sanierungsarbeiten – zum Schutz der Fische bis auf zehn Zentimeter – abgelassen. Diese Situation will man nützen und den Mühlbach aus dem Betonbett holen. Das Gerinne soll einen, rund 130 Meter langen naturnahen Abschnitt bekommen. „Für diese Pläne konnten wir alle Anrainer des Abschnitts gewinnen und nötige Grundablösen durchführen“, so Summer weiter. Gemeinsam habe während der Planungsarbeiten eine Exkursion zum Dorfbach nach Hard stattgefunden, wo das Ergebnis einer gelungenen naturnahen Gestaltung besichtigt werden konnte.

Rund 140.000 Euro

In Rankweil soll Ähnliches passieren. Seit einer Woche laufen die Arbeiten, und der Mühlbachweg ist zwischen Räterstraße und Langgasse bis zur ehemaligen Nudelfabrik Scheidbach gesperrt. Die Betondämme des Bachs sind mittlerweile entfernt. In weiterer Folge soll der Bach aufgeweitet und mit Strukturelementen versehen werden.

Für die Renaturierung sind rund 140.000 Euro vorgesehen. Für die Marktgemeinde fallen inklusive einiger Begleitmaßnahmen, die für eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität sorgen sollen, Kosten in der Höhe von etwa 50.000 Euro an. Voraussichtlich bis Ende Oktober sollen die Arbeiten am Rankweiler Mühlbach abgeschlossen werden.