Boomende Ballungsräume

Vorarlberg / 25.09.2016 • 19:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Blick über Bregenz ins Rheintal: Kaum ein anderer Ballungsraum in Österreich weist ein so starkes Bevölkerungswachstum auf.  Foto: VN/Paulitsch
Blick über Bregenz ins Rheintal: Kaum ein anderer Ballungsraum in Österreich weist ein so starkes Bevölkerungswachstum auf. Foto: VN/Paulitsch

Vorarlbergs Großgemeinden zählen zu den am stärksten wachsenden in ganz Österreich.

Schwarzach. (joh) Zunehmend tritt auch in Europa ein Phänomen in den Fokus, das man einst nur von fernen Kontinenten kannte: eine Landflucht. Die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ eröffnete zuletzt sogar ihren Wirtschaftsteil damit. Titel: „Rettet die Provinz!“ Die andere Seite dieser Entwicklung sind verhältnismäßig stark wachsende Ballungsräume. In abgemilderter Form lässt sich das auch in Österreich und Vorarlberg wahrnehmen; greift man die Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern heraus, stößt man auf ein Bevölkerungswachstum, das zum Teil um das Zwei- bis Dreifache über dem Durchschnitt liegt.

Wien und Graz legen zu

Zu Beginn das Jahres hatte die Alpenrepublik laut Statistik Austria genau 8.700.471 Einwohner. Gegenüber 2006 ist die Zahl damit um 5,4 Prozent oder 446.173 gestiegen. Die Hälfte dieses Zuwachses entfiel allein auf zwei Städte: Wien ist um 11,4 Prozent auf 1,84 Millionen gewachsen; und Graz gar um 14,4 Prozent auf 280.258.

Ähnliches lässt sich auch für Vorarlberg feststellen: Dornbirn, Feldkirch, Bregenz und Lustenau haben von 2006 bis 2016 um 10.848 Einwohner zugenommen. Das entspricht ziemlich genau der Hälfte der Zahl, um die die Landesbevölkerung insgesamt gewachsen ist; um 21.517 auf 384.147 nämlich.

Dafür, dass Ballungsräume boomen, gibt es viele Gründe. Im Zentrum stehen die Angebote, die es dort am ehesten gibt: Die Bandbreite reicht von Kinderbetreuungseinrichtungen über Schulen, Universitäten und Arbeitsplätze bis hin zu Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangeboten. Summa summarum sind das für viele Menschen die entscheidenden Motive, um etwa nach Wien, Innsbruck oder eben Dornbirn zu ziehen.

Schaut man sich die Entwicklung der Gemeinden über 20.000 Einwohner an, dann fällt auf, dass zu den zehn bundesweit am stärksten wachsenden gleich vier Vorarlberger gehören: In Dornbirn hat die Bevölkerungszahl seit 2006 um 9,8 Prozent auf 48.121 zugenommen. Mehr war es nur im oberösterreichischen Leonding, einem Vorort von Linz (plus 17,9 Prozent auf 27.393), Graz, Innsbruck (plus 13,3 Prozent auf 131.009) und Wien. Auf Dornbirn folgen Hallein südlich der Stadt Salzburg (plus 9,3 auf 20.768) sowie Feldkirch (plus 9,2 Prozent auf 32.534), Lustenau (plus 8,3 Prozent auf 22.219) und Bregenz (plus 7,8 Prozent auf 29.153).

Kärnten nahezu unverändert

Auf Platz zehn befindet sich Klagenfurt, das um siebeneinhalb Prozent auf 99.125 Einwohner gewachsen ist – und damit das eingangs erwähnte Phänomen besonders gut zum Ausdruck bringt: Während die Landeshauptstadt über die Jahre immer größer und größer wird, bleibt der Bevölkerungsstand Kärntens insgesamt nahezu unverändert; viele andere Gemeinden schrumpfen also um das Maß, um das die Wörtherseemetropole wächst.

Boomende Ballungsräume

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