Ein seltener Gast am Bodensee

Vorarlberg / 25.09.2016 • 19:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Warten, bis die Fischer mit einer Spende kommen, zählt zur Überlebenstaktik des Pelikans in Fußach.  fOTO: GG
Warten, bis die Fischer mit einer Spende kommen, zählt zur Überlebenstaktik des Pelikans in Fußach. fOTO: GG

Rosapelikan in Fußacher Bucht ist vermutlich aus Zoo ausgebüxt.

Fußach. (gg) Seit einigen Tagen genießt ein am Bodensee selten gesehener Gast die schönen Herbsttage am Bodensee – ein Pelikan hält sich mit Vorliebe in den Flachwasserzonen an der Fußacher Bucht auf. Besonders gern wartet er bei den Fischerbooten auf die Rückkehr der Männer mit dem Netz, seit sie gelegentlich einige kleine Fänge für den Besucher bereitlegten. Entweder er schwimmt gleich geduldig wartend um die angelegten Fischerboote oder hält sich gern in Gesellschaft von Graureihern in den Weiden im Schilfgürtel auf, von denen aus die Anlegestellen der Fischer gut einsehbar sind. Pelikane leben hauptsächlich vom Fang von Fischen, die sie mit ihrem überdimensionierten Kehlsack schöpfen.

250 cm Flügelspannweite

Aufgrund von Bildern und Angaben von Vogelliebhabern identifizierten die Experten der Schweizer Vogelwarte Sempach das Tier als Rosapelikan oder auch Rötelpelikan. Dieser ist die kleinste Pelikanart der Alten Welt, die aber immerhin eine Flügelspannweite bis über 250 cm erreicht. In Europa ist diese Art nicht heimisch, sie lebt wild ausschließlich in Afrika südlich der Sahara. Die Vermutung liegt nahe, dass der Pelikan aus einem Zoo ausgebüxt ist. Darauf weisen auch die gestutzten Schwungfedern hin, die wohl ein Flüchten des Vogels verhindern sollten. Dies misslang offensichtlich, sehr zur Freude der vielen Hobbyornithologen, die vom Polderdamm aus versuchen, den gefiederten Gast vor die Linsen der Feldstecher und Teleobjektive zu bekommen.

Krauskopfpelikan gesichtet

Vor einigen Tagen wurde an den westlicheren Ufern des Bodensees angeblich auch ein Krauskopfpelikan gesichtet. Dies ist die größte Art der Pelikane, die Flügelspannweiten bis zu 345 cm erreichen und zu den schwersten flugfähigen Vögeln zählen. Die größten Brutkolonien des Krauskopfpelikans in Europa liegen im Donaudelta.