Bunte Wiesen von Bauernhand

Vorarlberg / 07.10.2016 • 19:18 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bunte Bergwiesen sind keine Selbstverständlichkeit, sondern brauchen Pflege.  Fotos: VN/Steurer (1), vlk
Bunte Bergwiesen sind keine Selbstverständlichkeit, sondern brauchen Pflege. Fotos: VN/Steurer (1), vlk

Land prämiert die diesjährigen Wiesenmeister für ihre Verdienste um den Artenreichtum.

Bregenz. (VN-pes) Zum 15. Mal wurden am Freitag in Bregenz die Preise der Vorarlberger Wiesenmeisterschaft vergeben. Prämiert wurden Alpgemeinschaften und bäuerliche Betriebe, die in vorbildlicher Weise Streu- und Magerwiesen pflegen und so zum Erhalt der Artenvielfalt in der Kulturlandschaft beitragen.

Aber auch einzelne Wiesen, die von Vorarlberger Bauern betreut werden, bekamen Urkunden verliehen. Viele davon sind hoch in den Bergen an steilen Hängen gelegen, „sie sind sehr schwer zu bewirtschaften“, erklärte Markus Grabherr, der die Preisträger und ihre Wiesen im Einzelnen vorstellte. Doch es lohnt sich. Manche 25 Quadratmeter große Fläche weist bis zu 70 verschiedene Blumen und Gräser auf, stellte er klar. „Diesen Artenreichtum hat man nicht einmal im Regenwald“, so Grabherr.

„Schöne bunte Wiesen von Bauernhand sind heute keine Selbstverständlichkeit mehr“, stellte Georg Grabher – Begründer der Wiesenmeisterschaft – fest. Er konnte aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht anwesend sein und gratulierte den Gewinnern in einem Brief.

Viel Herzblut

Die Bedeutung der Auszeichnung für die Bauern, die die Wiesen bewirtschaften, hob Hildegard Burtscher hervor. Die Dünserin – wie sie selbst erklärte Landwirtin aus Leidenschaft – hat schon mehrmals an der Wiesenmeisterschaft teilgenommen, und das mit Erfolg. „Die Teilnahme war für mich die Motivation, mich genauer mit den Kräutern und Pflanzen zu befassen“, erzählte sie. In ihrer Kindheit in den 70er- und 80er-Jahren erlebte sie selbst, wie Wiesen neu angepflanzten Tannenbeständen wichen oder man sie gänzlich der Verbuschung überließ. „Dass die Wiesen heute meisterschaftlich bewirtschaftet werden, ist zwar begrüßenswert, aber auch ein großer Aufwand“, stellte sie klar.

Auch für ihre Kinder war es ein Erlebnis, zu sehen, dass man nicht nur beim Fußball einen Preis gewinnen kann. „In der Betreuung der Wiesen steckt auch viel Herzblut“, erklärte Burtscher.

Dass auch die junge Generation den Wert schöner Blumenwiesen mit auf den Weg bekommt, freute Landesrat Erich Schwärzler. „Viele Wiesenmeister haben ihre ganze Familie mitgebracht, das ist ein schönes Zeichen“, frohlockte er.

Die Vorarlberger Wiesenmeisterschaft wurde im Jahr 2002 europaweit als erste Wiesenmeisterschaft von Georg Grabherr begründet. Seither veranstaltet das Land Vorarlberg die Wiesenmeisterschaft in Kooperation mit dem Vorarlberger Naturschutzrat und dem Vorarlberger Alpwirtschaftsverein.

Irene und Willi SchnellerKlösterleDie steile, ausgesprochen artenreiche Magerwiese „Gafadürle“ wird durch aufwendige Mähnutzung erhalten.

Irene und Willi Schneller

Klösterle

Die steile, ausgesprochen artenreiche Magerwiese „Gafadürle“ wird durch aufwendige Mähnutzung erhalten.

Irmgard NachbaurFraxernWiesen wie die Magerwiese „Katzenloch“ bieten nicht nur Lebensräume für Kleintiere, sondern sind auch eine optische Bereicherung.

Irmgard Nachbaur

Fraxern

Wiesen wie die Magerwiese „Katzenloch“ bieten nicht nur Lebensräume für Kleintiere, sondern sind auch eine optische Bereicherung.

Annemarie und Meinrad KohlerAuDie blumenreiche Magerwiese „Bengat“auf dem Berbigenvorsäß wird einmal im Jahr gemäht.

Annemarie und Meinrad Kohler

Au

Die blumenreiche Magerwiese „Bengat“auf dem Berbigenvorsäß wird einmal im Jahr gemäht.

Manuel FlöryTschaggunsDie Weiterführung der Wiesennutzung auf Mansaura ist ein sehr schönes Beispiel für nachhaltige Berglandwirtschaft und Maisäßlandschaft.

Manuel Flöry

Tschagguns

Die Weiterführung der Wiesennutzung auf Mansaura ist ein sehr schönes Beispiel für nachhaltige Berglandwirtschaft und Maisäßlandschaft.

Ingrid BitschnauBartholomäbergDie Glatthaferwiese „Johannes-Stück“ überzeugt durch ausgewogene Artenzusammensetzung und üppigen Blütenflor.

Ingrid Bitschnau

Bartholomäberg

Die Glatthaferwiese „Johannes-Stück“ überzeugt durch ausgewogene Artenzusammensetzung und üppigen Blütenflor.

Bernhard BickelRaggalDie Magerwiese „Obere Orschla“ ist duch ihre steile Lage schwer zu bewirtschaften. Die Mahd erhält hier eine große Artenvielfalt.

Bernhard Bickel

Raggal

Die Magerwiese „Obere Orschla“ ist duch ihre steile Lage schwer zu bewirtschaften. Die Mahd erhält hier eine große Artenvielfalt.

Anton FinkAndelsbuchInmitten des Waldgebiets auf einer Lichtung unterhalb des Klausberg-Vorsäß liegt die traditionell genutzte Magerwiese „Tobel“.

Anton Fink

Andelsbuch

Inmitten des Waldgebiets auf einer Lichtung unterhalb des Klausberg-Vorsäß liegt die traditionell genutzte Magerwiese „Tobel“.

Florian GstachFrastanzDie Streuwiese „Ried-Nigg“ im Frastanzer Ried ist Lebensraum für botanische Raritäten wie den Glanzständel, eine Orchidee.

Florian Gstach

Frastanz

Die Streuwiese „Ried-Nigg“ im Frastanzer Ried ist Lebensraum für botanische Raritäten wie den Glanzständel, eine Orchidee.

Cornela und Jakob MathisLaternsDurch ihre große Blumen- und Strukturvielfalt besticht die Rotschwingel-Straußgraswiese „Himmelreich“.

Cornela und
Jakob Mathis

Laterns

Durch ihre große Blumen- und Strukturvielfalt besticht die Rotschwingel-Straußgraswiese „Himmelreich“.

Margarete NigschSt. GeroldAn einem steilen Südhang liegt die Glatthaferwiese „Plankenberg“ mit ihrem enormen Blütenreichtum und Artengefüge.

Margarete Nigsch

St. Gerold

An einem steilen Südhang liegt die Glatthaferwiese „Plankenberg“ mit ihrem enormen Blütenreichtum und Artengefüge.

Agrargemeinschaft Alpe SchadonaBesondere Anerkennung verdienen das differenzierte, standortoptimierte Beweidungskonzept und die Nutzung abgelegener Weidegründe nach alter Tradition.

Agrargemeinschaft Alpe Schadona

Besondere Anerkennung verdienen das differenzierte, standortoptimierte Beweidungskonzept und die Nutzung abgelegener Weidegründe nach alter Tradition.

Dorothea und Josef Schneider, Alpe AlmeinDie Alpe in Viktorsberg besticht durch gehaltvolle Weideflächen und artenreiche Magerweiden, die durch konsequente Pflege entstanden sind.

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Die Alpe in Viktorsberg besticht durch gehaltvolle Weideflächen und artenreiche Magerweiden, die durch konsequente Pflege entstanden sind.

Alpe Dalaaser Spullers, DalaasDie weitläufigen, sehr artenreichen Alpflächen werden vom beeindruckenden Bergpanorama des Lechquellengebirges umrahmt. Besondere Würdigung verdient bei der Alpe Dalaaser Spullers die standortangepasste Weideführung mit konsequenter Weidepflege: Regelmäßig wird geschwendet, Geröll und Lawinenschutt werden entfernt.

Alpe Dalaaser Spullers, Dalaas

Die weitläufigen, sehr artenreichen Alpflächen werden vom beeindruckenden Bergpanorama des Lechquellengebirges umrahmt. Besondere Würdigung verdient bei der Alpe Dalaaser Spullers die standortangepasste Weideführung mit konsequenter Weidepflege: Regelmäßig wird geschwendet, Geröll und Lawinenschutt werden entfernt.

Familie Schär, GöfisProduktive Wiesenbestände in Gunstlagen, wenig intensive Wiesen und Weiden in Hanglagen sowie Mager- und Streuwiesen.

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Produktive Wiesenbestände in Gunstlagen, wenig intensive Wiesen und Weiden in Hanglagen sowie Mager- und Streuwiesen.

Familie Wucher, MöggersMit gestaffelten Nutzungsterminen schaffen sie ein interessantes Mosaik unterschiedlich entwickelter Wiesenbestände.

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Mit gestaffelten Nutzungsterminen schaffen sie ein interessantes Mosaik unterschiedlich entwickelter Wiesenbestände.

Irmgard Zech, BlonsErtragreiche, stabile Futterwiesen mit ausgewogenem Artenbestand sind das Ergebnis standortangepasster Bewirtschaftung.

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Ertragreiche, stabile Futterwiesen mit ausgewogenem Artenbestand sind das Ergebnis standortangepasster Bewirtschaftung.

Romina und Ingo VallasterBartholomäbergMit ihrer Blumenvielfalt und den Feldgehölzen ist die Wiese „Valleu“ ein wertvoller Teil der Maisäßlandschaft.

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Maria WalterLudeschUnterschiedliche Nässestufen in der „Streue Bovel“ im Natura-2000-Gebiet bieten einen vielfältigen Lebensraum für seltene Pflanzen.

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Ludesch

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