„Jubos“ aktiv für Kinderrechte

Vorarlberg / 07.10.2016 • 18:33 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ananas Girmai und Nicole Kantner mit den Vorarlberger „Jubos“ (Jugendbotschaftern), die 2017 nach Äthiopien reisen, beim Workshop. Fotos: caritas
Ananas Girmai und Nicole Kantner mit den Vorarlberger „Jubos“ (Jugendbotschaftern), die 2017 nach Äthiopien reisen, beim Workshop. Fotos: caritas

Ananas Girmai ist Projektkoordinatorin in Äthiopien und zu Besuch in Vorarlberg.

Dornbirn. „Laber net – tua was“, lautet die Devise der Vorarlberger „Jubos“ (Jugendbotschafter) der Caritas Auslandshilfe. Vor 15 Jahren hat Ananas Girmai in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba mit einem kleinen Team das Kinderschutzprojekt „protection, respect and opportunity for children on the street“ (PROCS) als Non Government Organisation (NGO) ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, den vielen unbetreuten und Waisenkindern Schutz und Geborgenheit bieten sowie den Schulbesuch ermöglichen zu können. „Kinder, die alleine und arm sind, werden ausgenützt, missbraucht, misshandelt, auf den Strich geschickt, zu kriminellen Handlungen gezwungen“, erzählt Ananas Girmai von den Anfängen.

Voneinander lernen

„Seit vielen Jahren sind wir für die Kinder ihr Freiheitsraum, in dem sie keine Angst haben müssen. Sie haben hier Mahlzeiten, können lernen, lesen, spielen und sich entwickeln. Ganz besonders ihr Selbstbewusstsein, denn mit Bildung können sie alles machen, ihre Herkunft ist dabei egal. Unsere Kinder sind heute bereits Ärzte, Architekten, Wissenschaftler. Sie meistern ihr Leben.“ Seit nunmehr zwei Jahren arbeiten der Bildungsbeauftragte der Caritas Auslandshilfe, Michael Zündel, die Vorarlberger Projektleiterin Nicole Kantner und die äthiopische Projektkoordinatorin Ananas Girmai am Kooperationsprojekt „Jugendbotschafter“. Der Erfolg kann sich sehen lassen. „Es geht um Kinderrechte und darum, den Müttern, aber vor allem den Kindern selbst bewusst zu machen, dass sie diese haben“, erklärt Michael Zündel. Die Vorarlberger Caritas Auslandshilfe errichtet und unterstützt seit Jahrzehnten Schulen, Care-Centers für Waisen und Ausbildungsstätten in Addis und den Partnergemeinden in Äthiopien. Mit der Zusammenarbeit von Nicole Kantner und Ananas Girmai hat das Engagement für das Wohl der Kinder eine neue Dimension, einen Schub nach vorne bekommen. „Da das Thema Kinderrechte den Bürgern seitens der Regierung vorenthalten wird, haben wir als NGO das Ganze in die Themenfelder ,Ein Baum, der deine Mangos trägt’ für Lebensmittel, ,Schulbesuch dank Bkashies (selbstgenähte Stoffbinden)’ für Hygiene und ,Jedem Po sein Klo’ zum Bau und zur Wartung von wassersparenden Tippy-Taps verpackt“, informiert Ananas Girmai. „Als Nicole mir vom Jugendbotschafter-Projekt erzählte, war ich begeistert“, erinnert sie sich. „Die Kinder materiell zu versorgen, ist zu wenig.“ Heute coacht Ananas Girmai interaktiv alle Lehrbeauftragten in allen Caritas-Einrichtungen in ganz Äthiopien. „Gemeinsam erarbeiten wir die Wahrung der Kinderrechte, Dorf für Dorf“, sagt sie und erzählt: „Eine Dorflehrerin forderte zum Thema Kinderrecht: Männliche Lehrer dürfen Schülerinnen nicht mehr mit nach Hause nehmen. Sei stand auf und sagte zu den männlichen Kollegen: ,Nie wieder! Und nicht Frau Girmai muss das überprüfen. Das übernehme ich.‘“

Kinderschutz ist verbindlich

„Der Schutz und die Wahrung der Kinderrechte wird in all unseren Bildungseinrichtungen von allen Lehr- und Betreuungspersonen verbindlich eingefordert, nicht nur auf Papier“, erklärt Michael Zündel. „Wir haben 42.000 Kinder und Jugendliche in die Bildung gebracht und Kinderschutz realisiert.“ Mit Nicole Kantner und den Ländle-Jubos führte Ananas Girmai einen Austausch-Workshop durch, denn im Sommer 2017 wird das Vorarlberger Jubo-Team zu den Kollegen, dem „Nico Club“ (benannt nach Nicole Kantner), nach Äthiopien reisen.

42.000 Kinder werden betreut und besuchen die Schule.

Michael ZÜNDEL
Ich freue mich auf die interessanten Erfahrungen, die wir in Äthiopien machen werden, auf den Austausch mit den Jugendlichen vor Ort auf gleicher Augenhöhe. Die Interaktion ist wichtig, dass wir voneinander lernen können.
              Kaya Kantner (13)

Ich freue mich auf die interessanten Erfahrungen, die wir in Äthiopien machen werden, auf den Austausch mit den Jugendlichen vor Ort auf gleicher Augenhöhe. Die Interaktion ist wichtig, dass wir voneinander lernen können.

Kaya Kantner (13)

Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit den äthiopischen Jugendbotschaftern. Jede Meinung zählt. Das ist mir wichtig. Genauso, wie die Situation der Jugendlichen in Äthiopien mit eigenen Augen zu sehen.
              Jana Berchtold (17)

Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit den äthiopischen Jugendbotschaftern. Jede Meinung zählt. Das ist mir wichtig. Genauso, wie die Situation der Jugendlichen in Äthiopien mit eigenen Augen zu sehen.

Jana Berchtold (17)

Ich bin mir sicher, dass ich in Äthiopien viel für mein Leben mitnehmen werde. Man lernt, für uns selbstverständliche Dinge zu schätzen. Ich möchte selber mit anpacken und mit den „Jubos“ vor Ort etwas Nachhaltiges schaffen.
              Johanna Feurstein (14)

Ich bin mir sicher, dass ich in Äthiopien viel für mein Leben mitnehmen werde. Man lernt, für uns selbstverständliche Dinge zu schätzen. Ich möchte selber mit anpacken und mit den „Jubos“ vor Ort etwas Nachhaltiges schaffen.

Johanna Feurstein (14)

Mein Bewusstsein wird sensibilisiert für die Themen Hunger, Kinderrechte, Hygiene. Wichtig ist, dass jeder mithilft und seine Ideen einbringt. Die Kinder und Jugendlichen vor Ort sind sicher genauso offen für coole Ideen wie wir.
              Lena Feurstein (19)

Mein Bewusstsein wird sensibilisiert für die Themen Hunger, Kinderrechte, Hygiene. Wichtig ist, dass jeder mithilft und seine Ideen einbringt. Die Kinder und Jugendlichen vor Ort sind sicher genauso offen für coole Ideen wie wir.

Lena Feurstein (19)