Zermürbende Katastrophen

Vorarlberg / 07.10.2016 • 19:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zumindest die Caritas-Häuser stehen noch. Foto: caritas
Zumindest die Caritas-Häuser stehen noch. Foto: caritas

Caritas-Mitarbeiter Robert Moosbrugger ist wieder für Haiti im Einsatz.

feldkirch. (VN-mm) Robert Moosbrugger kann es selbst kaum fassen. Sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben ist Haiti wieder Schauplatz einer Tragödie. Hurrikan „Matthew“ hat Tod und Verwüstung auf dem Inselstaat hinterlassen. „Die Haitianer sind robust, aber die ständigen Katastrophen zermürben die Menschen langsam“, weiß der Caritas-Mitarbeiter, der nach dem Erdbeben auf Haiti seinen ersten Einsatz für die Hilfsorganisation leistete. Ein Jahr war Moosbrugger vor Ort, baute in dieser Zeit eine lokale Infrastruktur mit lokalen Mitarbeitern auf. Das erleichtert die nach dem Hurrikan erforderliche Nothilfe zumindest ein bisschen.

Angst vor Cholera

„Allerdings ist es im Moment noch schwierig, in die am stärksten verwüsteten Gebiete im Westen und Südwesten vorzudringen“, hat Robert Moosbrugger erfahren. Eine große Verbindungsbrücke wurde zerstört, und selbst Mobiltelefonverbindungen funktionieren nicht. Sicher ist jedoch, dass vor allem in den Städten Jérémie und Les Cayes in den kommenden Wochen und Monaten enormer Unterstützungsbedarf besteht. Moosbrugger selbst organisiert ein Wiederaufbauprojekt für Les Cayes. Sobald die Finanzierung steht, wird er sich vor Ort um die Verwendung der Spendenmittel kümmern.

Ein weiteres Problem, das es zu bekämpfen gilt, ist das Eindämmen der Cholera, die seit dem Erdbeben im Land grassiert. Großflächige Überschwemmungen lassen die Gefahr einer Cholera-Epidemie wieder massiv ansteigen. Das Virus verbreitet sich rasant, Wasserquellen werden verseucht, die Menschen haben kaum Zugang zu sicherem und frischem Trinkwasser. Zur Vorbeugung werden Hygienekits sowie Wasserreinigungstabletten verteilt.

Explosive Mischung

Rund eine Million Menschen ist betroffen, über 350.000 von ihnen brauchen dringend Unterstützung. „Vor allem, weil der Hurrikan einen Großteil der Ernte im Land zerstört hat“, begründet Robert Moosbrugger. Das lässt ein Steigen der Lebensmittelpreise und damit eine Lebensmittelknappheit befürchten. Moosbrugger: „Zusammen mit der sehr unsicheren politischen Lage ergibt das eine explosive Mischung.“ Jetzt hat die Regierung auch die für Sonntag angesetzten Präsidentschaftswahlen auf unbestimmte Zeit verschoben.In dem Elend, das wieder über Haiti hereingebrochen ist, gibt es aber auch Positives. Die nach dem Erdbeben von der Caritas gebauten Häuser haben dem Hurrikan standgehalten.

Kennwort „Haiti“ Raiffeisenbank Feldkirch, KtoNr. 40.006, BLZ 37422, IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006, BIC RV VGAT2B422, Spenden: www.caritas-vorarlberg.at