Wie im Blindflug unterwegs

Vorarlberg / 10.10.2016 • 22:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Auf dem „Blindflug-Teppich“: Brigitte Hutter (Abteilung Verkehrsrecht) und Martin Pfanner (Kuratorium für Verkehrssicherheit).  Foto: VN/sohm
Auf dem „Blindflug-Teppich“: Brigitte Hutter (Abteilung Verkehrsrecht) und Martin Pfanner (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Foto: VN/sohm

Thema Ablenkung als Schwerpunkt der Vorarlberger Verkehrssicherheitswoche 2016.

Schwarzach. (VN-gs) Der Vergleich mag verblüffend klingen, ist jedoch laut Martin Pfanner vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) Realität: „Vorarlbergs Verkehrsteilnehmer sind insgesamt täglich auf einer Strecke im Blindflug unterwegs, die der Distanz von Vorarlberg nach Wien entspricht.“

Täglich 42.000 Telefonate

Blindflug heißt hier Ablenkung durch Handy-Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung oder SMS-Schreiben am Steuer. Oder noch deutlicher: Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h bedeutet eine Sekunde Unaufmerksamkeit, mit dem Fahrzeug 14 Meter im Blindflug zurückzulegen.

Mit einem Anteil von 40 Prozent am Gesamtunfallgeschehen war die Ablenkung im Jahr 2015 die häufigste Unfallursache in Vorarlberg. So wurden hier im vergangenen Jahr 900 Personen bei Unfällen durch Ablenkung verletzt. „Täglich werden im Vorarlberger Straßenverkehr rund 42.000 Telefonate ohne Freisprecheinrichtung geführt und rund 9000 SMS verschickt“, führt Pfanner an.

Nun aber startet das KfV gemeinsam mit dem Land Vorarlberg eine Aufklärungs­offensive bei Jugendlichen an Schulen. Ihr Schwerpunkt ist „Blindflug durch Ablenkung“ und wird mit einem Kunststoff-Teppich rechnerisch in Szene gesetzt. Dieser 14 Meter lange „Blindflugteppich“ wird in der am Montag gestarteten Verkehrssicherheitswoche in allen Bezirken aufgerollt.

Workshops an Schulen

Seit Schulbeginn wird zudem ein Workshop angeboten, der zwei Unterrichtseinheiten dauert und für Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren ausgerichtet ist. (Anmeldung für interessierte Schulen unter aktionen@kfv.at) . Brigitte Hutter, Leiterin der Verkehrsrechtsabteilung des Landes, zum anvisierten Ziel der Workshops: „Junge Menschen erhalten plakativ und einprägend die Auswirkungen von Ablenkung aufgezeigt, sie entwickeln ein Gefahrenbewusstsein und erarbeiten neue Verhaltensweisen, um ablenkende Tätigkeiten zu vermeiden.“