Nächste Etappe bei Lutzverbauung startet

Vorarlberg / 17.10.2016 • 19:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Verbauung der Lutz geht in die zweite Runde.
Die Verbauung der Lutz geht in die zweite Runde.

Mehrfach geprüftes Projekt soll über den Winter abgeschlossen werden.

Ludesch, Thüringen. (VN-js) Die erste Etappe des Projektes Revitalisierung und Hochwasserschutz an der Lutz im Gemeindegebiet von Thüringen und Ludesch wurde im Frühjahr 2016 abgeschlossen. Durch massive Eingriffe in die Natur hat die neue Lutz mehr Platz bekommen. Damit einher ging aber auch
die Verbesserung des Hochwasserschutzes und des Gewässerlebensraums. Zudem wurden die Durchgängigkeit für Fische hergestellt und ein durchgehender Uferweg errichtet.

Alternativen geprüft

Nun startet die nächste und letzte Bauetappe des Projektes. Sie soll im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein. Die Investitionssumme für diese zweite Bauetappe beläuft sich auf rund 2 Millionen Euro. Vor Baubeginn wurden von einer Bürgerinitiative Optimierungsvorschläge und Alternativen eingebracht. Die Machbarkeit der Umsetzung der Alternativen für die zweite Bauetappe wurde von den Sachverständigen des Landes geprüft. Der Bericht wurde im Juli dieses Jahres präsentiert. Zuletzt wurden auf Wunsch der Bürgergruppe auch mit Prof. Helmut Habersack von der Universität für Bodenkultur in Wien das Projekt sowie die weitere Entwicklung der Lutz erörtert. „Habersack hat bestätigt, dass das Projekt den Grundsätzen des modernen Wasserbaus entspricht und damit der Hochwasserschutz und die ökologischen Verhältnisse verbessert werden“, freut sich Franz Haid als Obmann des für den Bau verantwortlichen Lutz-Wasserverbandes über die Einschätzung des Experten.

Sicher und erholsam

„Durch die naturnahe Ufer- und Sohlgestaltung, die Beseitigung der betonierten Uferbefestigung und die Abflachung der Böschungen wird die Gewässerökologie der Lutz wesentlich verbessert.“ Durch die Beseitigung der vorhandenen massiven Absturzbauwerke wird die Fischdurchgängigkeit wiederhergestellt. Die Verbreiterung des Gerinnes bringt eine Reduzierung der Hochwasserspiegel und sichert so nachhaltig den Hochwasserschutz für die Industrie- und Wohngebiete. Mit durchgehenden Uferwegen sollen im Rahmen des Projekts auch die Möglichkeiten für die Erholungsnutzung durch die Bevölkerung verbessert werden.

Kritik bleibt

Während man sich seitens des Lutzverbandes mit den ausgearbeiteten Plänen zufrieden zeigt, hagelt es aus der Ecke der Bürgerinitiative weiter Kritik. „Es ist uns nicht gelungen, die Abteilung Wasserwirtschaft und den Lutzverband zur Einsicht zu bringen. Unsere Kritik an der bescheideten Variante bleibt aufrecht“, bezeichnet das Arbeitsteam der Bürgerinitiative den vonseiten der Landespolitik im Herbst 2015 eingerichteten erweiterten Beirat als gescheitert. Sämtliche Punkte des Kompromissvorschlages sind nach Ansicht der Bürgerinitiative zurückgewiesen worden. Aus diesem Grund habe man in einem Schreiben Landeshauptmann Markus Wallner über den Stand der Dinge informiert und unter anderem einen Baustopp sowie die Ausarbeitung der Alternativen durch unabhängige Fachleute gefordert.

Umsetzung im Winter

Geht es nach dem Lutzverband, wird die zweite Bauetappe aller Voraussicht nach planmäßig von Oktober 2016 bis Mai 2017 umgesetzt. Dafür sind umfangreiche Rodungsarbeiten erforderlich. Diese stellen vorübergehend einen großen Eingriff in das Landschaftsbild dar. „Wir bitten die Bevölkerung um Verständnis für diese vorübergehend massiven Eingriffe. Der bereits umgebaute Abschnitt zeigt aber, dass sehr rasch ein neuer Naherholungsraum für unsere Bevölkerung entsteht“, erläutert Haid.

Prof. Habersack hat bestätigt, dass das Projekt modernem Wasserbau entspricht.

Franz Haid, Obmann