Lebensretter „Lucas“ für das KH Dornbirn

Vorarlberg / 24.10.2016 • 19:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wolfgang Berchtold, Wolfgang Rigo, Joachim Alge, Adolf Zoll, Alexander Bertold und Stefan Holzinger.  Foto: Fink
Wolfgang Berchtold, Wolfgang Rigo, Joachim Alge, Adolf Zoll, Alexander Bertold und Stefan Holzinger.  Foto: Fink

Mechanisches Gerät für Reanimationshilfe an das Stadtspital Dornbirn übergeben.

dornbirn. (lös) Lebensretter „Lucas“ ist weder Ersthelfer noch Notarzt. Er gilt als Meilenstein der Notfallmedizin und ist eine mechanische Reanimationshilfe bei Patienten mit Herz-Kreislaufstillstand. Kürzlich erhielt das Krankenhaus Dornbirn als erstes Haus in Österreich die neueste Generation: Den „Lucas III“.

Die Sponsoren i+R Gruppe mit Huppenkothen überreichten dem ärztlichen Leiter der Notfall- und Katastrophenmedizin, Adolf Zoll, und dem Dienststellenleiter vom Roten Kreuz, Alexander Berchtold, den neuen mechanischen Assistenten für das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) Dornbirn.

Konstante Massage

Der plötzliche Herzstillstand gehört zu den häufigsten Todesursachen. Nur mit einer raschen Herz-Lungen-Wiederbelebung haben die Patienten eine Überlebenschance. Dabei wird durch manuelles Drücken auf den Brustkorb die fehlende Herztätigkeit überbrückt. Durch diese Herzdruckmassage kommt es wieder zur Blutzirkulation im Körper und die lebenswichtigen Organe, wie zum Beispiel das Gehirn, werden wieder mit Sauerstoff versorgt. Dies ist für Helfer oft schwierig und anstrengend.

Hier unterstützt das Reanimationsgerät. Es kann den Patienten nicht beatmen, übernimmt dafür aber wirksam die Herzdruckmassage. „‚Lucas‘ bedeutet für uns eine wesentliche Hilfe“, betont Zoll. Patienten können so, noch an der Einsatzstelle oder beim Transport in die Klinik, mit einer ununterbrochenen und konstanten Herzdruckmassage bestens versorgt werden. 

Wenn jede Sekunde zählt

Der kleine Lebensretter im Rucksack ist ein großer Gewinn für die notärztliche Versorgung. Innerhalb von Sekunden ist „Lucas“ dank einfacher Handhabung für seinen Einsatz bereit. Die Frequenz von 102 Kompressionen pro Minute erhöht Sicherheit und Effizienz und somit auch die Chancen, Patienten mit einem Herzstillstand zu retten. Zudem können sich die Retter auf andere lebensrettende Maßnahmen konzentrieren.

Dank an Sponsoren

Da das Gerät nicht zur Regelausstattung im Rettungsdienst zählt, wird es nicht gefördert. Deshalb hat das Stadtspital selbst Initiative ergriffen, da die Reparatur des bestehenden „Lucas II“ in keiner Relation zu den Kosten eines neuen Gerätes stand.

„Wir freuen uns, dass die i+R Gruppe mit Huppenkothen die 10.000 Euro für die Anschaffung übernehmen“, betont der Dienststellenleiter vom Roten Kreuz, Alexander Berchtold. Gemeinsam mit Aldolf Zoll nahmen sie „Lucas III“ von Joachim Alge und Reinhard Schertler (Geschäftsführer i+R Gruppe), Wolfgang Rigo (Geschäftsführer Huppenkothen) sowie Stefan Holzinger (Physio Controll) entgegen.

System aus Schweden

Der Name „Lucas“ steht für Lund University Cardiac Assist System. Schließlich hat die Universität im schwedischen Lund die Erfindung eines Rettungsassistenten auf seine Tauglichkeit überprüft und weiterentwickelt.

Seine neueste Version kommt jetzt im Krankenhaus Dornbirn erstmals österreichweit zum Einsatz. „Lucas III“ begleitet ab jetzt im Notarzteinsatzfahrzeug Dornbirn das Team der Helfer, welches letztes Jahr 1684 Mal angefordert wurde.

Lucas bedeutet für uns eine wesentliche Hilfe.

Adolf Zoll