Prostatakrebs früh erkennen

Vorarlberg / 02.11.2016 • 18:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

PSA-Bluttest ist besser als sein Ruf, jedoch nur Teil der Vorsorge, sagt Krebshilfe Vorarlberg.

Schwarzach. (VN-pes) Prostatakrebs lässt sich mithilfe eines einfachen Bluttests schon im Frühstadium erkennen. Darauf weist anlässlich des heutigen Weltmännertags die Österreichische Krebshilfe Vorarlberg hin. „Der Test ist sehr verlässlich“, sagt der Vorarlberger Internist und Dr.-Toni-Russ-Preis-Träger Prof. Dr. Gebhard Mathis, betont aber, dass er dennoch nur eine Komponente der Krebsfrüherkennung darstellt. „Viele Männer fixieren sich auf den PSA-Test. Er ist jedoch nur ein Teil des Pakets“, sagt der Medizinalrat.

220 Männer erkranken in Vorarlberg jedes Jahr an Prostatakrebs, für fast ein Viertel von ihnen endet die Krankheit tödlich. Oft wird diese Krebsart zu spät erkannt, denn wenn Symptome auftreten, ist der Krebs meist schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Ein erhöhtes Vorkommen des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut kann jedoch auf ein Karzinom hindeuten und das schon im Frühstadium.

Studienpfusch

Dieser sogenannte PSA-Test hat sich in den vergangenen Jahren zwar den Ruf eingehandelt, wirkungslos zu sein, das jedoch zu Unrecht, stellt Gebhard Mathis klar. Bei einer Studie aus dem Jahr 2009, die die Wirkungslosigkeit des PSA-Tests belegen soll, wurde schlicht gepfuscht. Die verantwortlichen US-Forscher verglichen die Todesfälle in einer Gruppe von Männern, die den Test machte, mit denen einer Kontrollgruppe, die ihr Blut nicht untersuchen ließ, und kam zu dem Schluss, dass beide Gruppen etwa gleich viele Todesfälle durch Prostatakrebs aufwiesen. Wie sich nun herausstellt, hatten jedoch neun von zehn Männern der Kontrollgruppe den Test doch gemacht, die Ergebnisse waren daher wertlos.

„Wir machen den Test nicht so oft wie früher, fangen jedoch früher an“, erläutert Mathis. Ab 45 sollte man demnach zum PSA-Test, das empfehlen auch die aktuellen ärztlichen Leitlinien. Ist das Ergebnis unauffällig, hat man vier Jahre Ruhe. Sind die Werte erhöht, sollte man je nach Grad der Erhöhung schon nach ein bis zwei Jahren wiederkommen.

Ein einmal erhöhter PSA-Wert muss noch keinen Krebs bedeuten. Auch eine Entzündung oder eine altersbedingte Prostatavergrößerung können die Ursache sein. Vor dem Test sollte man zum Beispiel keinen Sex haben und nicht Fahrrad fahren, denn das könnte das Ergebnis verfälschen. Erst wenn die Werte dauerhaft über der Norm liegen, gibt es womöglich Grund zur Sorge. 

Richtig bewerten

Mathis betont, dass der Test zwar zuverlässig sei, seine Aussagekraft aber im Kontext der Krebsfrüherkennung bewertet werden muss. Ein weiterer wichtiger Vorsorgefaktor ist etwa die Krankengeschichte der männlichen Verwandtschaft. Für Männer, deren Bruder oder Vater bereits an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, gilt ein zweifach erhöhtes Risiko. Ihnen empfiehlt Mathis, schon ab 40 zum Test zu gehen.

Ein Problem: Erst ab 50 bezahlt derzeit die Krankenkasse die PSA-Untersuchung. „Wir von der Krebshilfe arbeiten daran, dass er auch in die Krebsvorsorge ab 45 hineinkommt“, sagt Mathis.

Richtige Ernährung

Dem Prostatakrebs kann man zum Beispiel über die Ernährung vorbeugen. Studien belegen eine schützende Wirkung von Phytoöstrogenen, wie sie beispielsweise in Soja, Leinsamen oder Hülsenfrüchten enthalten sind. Ebenso soll eine lycopenreiche Kost unterstützend wirken, zum Beispiel durch Tomaten.

Den PSA-Test macht man heute weniger oft, dafür früher. Ab 45 sollte man zur Früh­erkennung.

Gebhard Mathis, Internist