Rachegelüste und Spirituosen

Vorarlberg / 09.12.2016 • 19:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lud zu Feier in Destillerie: Supro-Chef Andreas Prenn. Foto: VN
Lud zu Feier in Destillerie: Supro-Chef Andreas Prenn. Foto: VN

Tauziehen. Für ein regelrechtes Tauziehen sorgte ein Antrag von Sozialdemokraten und Neos im jüngsten Finanzausschuss: Während sich die Grünen dafür ins Zeug warfen, bei Volksanwalt Florian Bachmayr-Heyda (52) eine Praktikumsstelle für eine Juristin zum fixen Dienstposten zu machen, stemmten sich Volkspartei und Freiheitliche dagegen. Die Blauen unterstellen dem Volksanwalt „übermäßiges Engagement für Bettler“ und hätten sich mit dem Nein „rächen“ wollen, erzählen böse Zungen. Den Schwarzen mit LH Markus Wallner (49, VP) wiederum stößt die scharfe Linie Bachmayr-Heydas gegen die Bürgermeister sauer auf. Dass ausgerechnet LT-Präsident Harald Sonderegger (51, VP) eine von Wallner und Klubchef Adi Gross (55, Grüne) vorgeschlagene Sitzungsunterbrechung oder Vertagung des Punktes ablehnte, führte nicht nur bei den Antragstellern zu Kopfschütteln. Selbst in den Reihen der Schwarzen hagelte es Kritik: „Der Volksanwalt ist ein Landtagsorgan. Wenn um einen Kompromiss gerungen wird und ausgerechnet der Landtagspräsident dies torpediert, dann hat er sein Amt nicht begriffen“, verschaffte ein VP-Klubmitglied seinem Unmut Luft.

 

Match. Abermals lieferten sich die Redner der Dornbirner Rathausfraktionen ein Match um die längste Budget­rede. Und das wie üblich vor leeren Besucherrängen. Auf der Galerie saßen lediglich ein paar Abteilungsleiter, obwohl es um ein Stadtbudget in der Höhe von 273 Millionen Euro ging. Gewinner der Redemarathons war Stadtrat Walter Schönbeck (56, FP), der mehr als eine volle Stunde die Aufmerksamkeit der Stadtvertreter auf die Probe stellte, um ganze neun Minuten mehr als Stadtchefin Andrea Kaufmann (47, VP). Der rote Stadtrat Gebhard Greber (61, SP) und seine grüne Regierungskollegin Juliane Alton (50, Grüne) unterboten die Bürgermeisterin auch nur um wenige Minuten. Und das alles, um in einigen Wochen im Gemeindeblatt ihre Reden nachlesen zu können. Kurz und bündig hingegen die Ausführungen des pinken Mandatars Horst Werner Schneider (44, Neos): Schneider brachte seine Budgetvorstellungen in einer Viertelstunde auf den Punkt.

 

Schmunzeln. Es menschelt hier wie überall. So wird der Begriff „menscheln“ im Duden beschrieben. Als Beispiel dafür gilt die jüngste Weihnachtsfeier der Werkstatt für Suchtprophylaxe in Götzis mit Leiter Andreas Prenn (54). Das vom Land beauftragte Kompetenzzentrum für Suchtprävention, besser bekannt unter dem Überbegriff Supro, hatte seine Mitarbeiter nämlich in die Destillerie von Harald Keckeis (46) nach Rankweil geladen. Dort stehen bekanntlich gebrannte Getränke wie Whisky, Edelbrände und Gin aus der Eigenproduktion im Mittelpunkt. Und gleich nach der Verkostung in der Destillerie war das Team in den Rankweiler Hof geladen. Dass offenbar auch bei der Supro einmal Hochprozentiges geschätzt wird, sorgt freilich vielfach für schmunzelnde Gesichter.

Zitate der Woche

Heute ist ein rot-weiß-rotes Signal in die Welt gegangen.

Der neue Bundespräsident Alexander Van der Bellen

 

Ich wünsche Van der Bellen alles Gute. Aber ich sage auch, dass man in mir einen schlafenden Bären geweckt hat.

Der unterlegene Kandidat Norbert Hofer

 

Ich geh’ in kein Wettbüro. Die Chance, Geld zu verlieren, liegt bei 50 Prozent.

Christoph Hofinger (Sora-
Hochrechner) vor der Wahl

 

In der täglichen Arbeit ist das Thema nicht raumfüllend.

Landesvolksanwalt Florian Bachmayr-Heyda im VN-Gespräch über seinen Einsatz in der Bettler-Frage